Drei Kameraperspektiven: 122 Jahre alte bedeutsame Filmszene aus Köln aufgetaucht

Drei Kameraperspektiven : 122 Jahre alte bedeutsame Filmszene aus Köln aufgetaucht

Eine wiederentdeckte Kölner Filmszene aus dem Jahr 1896 ist Experten zufolge ein bedeutendes Stück Filmgeschichte. Die in einem französischen Archiv aufgetauchte Rolle enthalte die erste Sequenz der Filmgeschichte, die aus drei Kameraperspektiven gedreht worden sei, teilte der Kölner Filmemacher Hermann Rheindorf am Dienstag mit.

Martin Koerber von der Deutschen Kinemathek in Berlin bestätigte die Angaben auf Anfrage.

Die Filmszenen aus dem Köln des 19. Jahrhunderts zeigen unter anderem die damalige Pontonbrücke über den Rhein, die alle paar Minuten für die Schifffahrt geöffnet wurde. Auf der nun entdeckten Sequenz ist ein durchfahrender Schaufelraddampfer zu sehen. „Aus irgendeinem Grund hat es diese Szene damals nicht ins Kino geschafft“, sagte Rheindorf. Seine Recherchen hätten nun dazu geführt, dass die Filmrolle wiederentdeckt und im französischen Nationalarchiv restauriert worden sei. Die Szene ist in seiner neuen Dokumentation „Filmreise in das alte Köln 2“ zu sehen.

Köln hatte in den Anfangstagen des Films eine führende Rolle, die wesentlich auf den Schokoladenfabrikanten Ludwig Stollwerck (1857-1922) zurückgeht. In seinem Auftrag entstanden 1896 die ersten Kölner Filmszenen, die gleichzeitig zu den ersten Deutschlands gehören. Er sorgte auch dafür, dass die französischen Filmpioniere, die Gebrüder Lumière, im April 1896 in Köln ihre erste öffentliche Kinovorstellung in Deutschland gaben, keine vier Monate nach der Weltpremiere in Paris. Stollwerck hoffte, Kurzfilme in Süßigkeiten-Automaten zu zeigen und dadurch mehr Schokolade zu verkaufen.

(dpa)
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