Übach-Palenberg: Pädagogische Woche im PZ in Übach-Palenberg beendet

Übach-Palenberg: Pädagogische Woche im PZ in Übach-Palenberg beendet

„Diese Pädagogische Woche hat für einen ungeheuren Motivationsschub gesorgt. Das war eine ganz tolle Sache”, sagte Konrektorin Bettina Peiffer von der Europaschule Erkelenz bei der Schlussveranstaltung.

Dieses groß angelegte, kreisweite Projekt hat es nach Ansicht der Lehrerin möglich gemacht, viele neue Ideen zu sammeln. Und es habe gezeigt, dass Leseförderung nicht nur ein Anliegen der Schulen, sondern der Gemeinschaft insgesamt sei.

Vor rund 300 Gästen ging am späten Freitagnachmittag im Pädagogischen Zentrum von Übach-Palenberg diese Pädagogische Woche, die der Pädagogische Beirat der Kreissparkasse Heinsberg unter dem Leitgedanken „Erlesen” initiiert hatte, offiziell zu Ende. Weit über 100 Einzelprojekte wurden in Kindertagesstätten und Schulen, aber auch bei der Volkshochschule realisiert. Zu den fünf zentralen Veranstaltungen kamen insgesamt 1600 Besucher.

Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, zog ebenso wie Beiratssprecher Heinrich Spiegel ein positives Fazit dieses Projekts. Pennartz kündigte am Freitag an, dass es auf jeden Fall eine weitere Pädagogische Woche geben werde. Ob - wie von Spiegel im Zeitungsinterview als Idee und Wunsch artikuliert - künftig alle fünf Jahre, ließ Pennartz allerdings offen. Er wolle sich nicht auf einen Rhythmus festlegen. Wenn es ein interessantes Thema gebe, könne die nächste Pädagogische Woche auch schon eher stattfinden.

Die Rur-Rock-Band der Oberbrucher Rurtal-Schule stimmte die Gäste musikalisch auf die Schlussveranstaltung ein. Im Programm gab es dann viel Comedy (mit Hastenraths Will alias Christian Macharski sowie mit Christian Pape), Kabarett (mit Wendelin Haverkamp) und Musik (mit Chicken Divine). Auch das Kellertheater der VHS wirkte mit. Moderatorin ­Antje Deistler, Buchkritikerin im WDR, hatte extra eine Auszeit bei der Frankfurter Buchmesse genommen für den Abschluss der Pädagogischen Woche im Kreis Heinsberg, „weil ich die Projekte so toll finde”.

Aus der Vielzahl der Projekte waren zwei ausgewählt worden, die auf Bühne und auf der Leinwand im Übach-Palenberger PZ präsentiert wurden. Der St.-Anna-Kindergarten Tripsrath und die Gemeinschaftsgrundschule Gillrath hatten gemeinsam ein Buch erstellt von Kindern für Kinder: „Der Giraffenschatz”. Die Schulkinder schrieben die Geschichte, die Kindergartenkinder malten die Bilder. Später lasen die Älteren den Jüngeren aus diesem Buch vor.

Die Präsentation des Werkes wurde mit viel Beifall bedacht. Wie Monika Ströckens vom Kindergarten berichtete, würden die beiden Einrichtungen schon seit Jahren ganz intensiv zusammenarbeiten. Da sei es selbstverständlich gewesen, auch bei dieser Pädagogischen Woche ein gemeinsames Projekt zu realisieren. Dieses Projekt samt der gegenseitigen Besuche soll auch - so hoffte Anke Schmidt von der Grundschule - den Vorschulkindern „einen ganz tollen Schulstart” ermöglichen.

In einem der Projekte der Europaschule Erkelenz war Spannung angesagt, denn die Realschüler hatten aus dem Krimiband „Leichenblass am Niederrhein” die in Erkelenz spielende Kurzgeschichte „Süchtig nach Sprengstoff” nicht nur gelesen, sondern sie zudem in ein Drehbuch umgesetzt und sogar verfilmt - mit Hilfe eines Profi-Kameramannes. Auf der Suche nach einem Attentäter, der Kunstwerke in die Luft sprengen will, stoppt der Detektiv irrtümlich Bürgermeister Peter Jansen, doch dieser nimmt die Verwechslung nicht tragisch.

Am Ende gibt es doch noch einen mächtigen Knall: Das in die Denkmalschutzliste eingetragene alte Gebäude der Sparkasse in Erkelenz (das zurzeit im realen Leben abgerissen wird) fliegt in die Luft... Applaus begleitete den Abspann des Films. Nicht nur Comedian Christian Pape zeigte sich beeindruckt: „Das hatte Tatort-Qualität!”

„Shakespeare ist einfach der Größte”

In einer Talkrunde sprach Moderatorin Antje Deistler mit Dialogredakteurin Sarah Dickmann von der Rheinischen Post und mit Bernd Büttgens, dem stellvertretenden Chefredakteur von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten.

Da wurde festgestellt, dass „die gute alte Zeitung noch funktioniert. Aber auch Journalismus im Internet funktioniert”, so Büttgens. „Die multimediale Vermittlung von Information ist unser Thema.” Und Sarah Dickmann merkte an, dass auch ältere Leser sich für digitale Angebote interessieren würden.

Als Buchtipp empfahl Sarah Dickmann auf Nachfrage von Antje ­Deistler Ken Follets Roman „Nacht über den Wassern”, während Bernd Büttgens in seiner Empfehlung Sachbücher favorisierte. Frank Schirrmachers „Payback” oder Miriam Meckels „Next” waren seine aktuellen Beispiele.

Aber Bernd Büttgens, der Mitbegründer vom Das Da Theater in ­Aachen ist, machte auch aus seiner Vorliebe für Dramen keinen Hehl. „Shakespeare ist einfach der Größte. Shakespeare ist einfach toll. Da ist alles drin.”

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