Aachen/Bremerhaven: Ordensritter 2004 kommt aus Bremen: AKV will mit Scherf hoch hinaus

Aachen/Bremerhaven : Ordensritter 2004 kommt aus Bremen: AKV will mit Scherf hoch hinaus

„Erreichen wir Sie in Schiffsdorf bei Wehdel?” Henning Scherf lacht am anderen Ende der Leitung: „Umgekehrt, in Wehdel bei Schiffsdorf. Ist aber auch egal, es ist auf jeden Fall sehr schön hier. Und ich habe zurzeit netten Besuch.”

Wäre man nicht gleich drauf gekommen, dass der designierte Ritter des „Ordens wider den tierischen Ernst” damit die Delegation des Aachener Karnevalsvereins meint. Meint er aber und spricht in höchsten Tönen von dem nun bevorstehenden Fest.

Auch Dieter Bischoff, der neue AKV-Präsident, ist in Feiertagslaune. Strahlendblauer Himmel, „wir haben es hier sehr gut angetroffen in Schiffsdorf-Wehdel”, stellt er eine Kombination des Ortsnamens vor, die wir bislang noch nicht hatten.

Auf jeden Fall: Bremerhaven und dann rechts ab - hier macht der beliebte Bremer Bürgermeister, der erst im Frühjahr eindrucksvoll im Amt bestätigt worden ist, mit seiner Frau Luise Urlaub.

Die AKV-Dienstreise in den Norden hat bei aller Flachserei einen durchaus ernsten Hintergrund. „Wir wollen mit dem Ritter 2004 die ersten Gespräche führen, uns kennenlernen und eine grobe Marschrichtung für die Ordensverleihung festlegen”, sagt Bischoff, der dann erstmalig den gastgebenden Präsidenten verkörpern wird.

Scherf ist eine gute Wahl, hallt das Medienecho gleich nach Bekanntgabe - und man schließt sich gerne an. Humor und Menschlichkeit im Amt hat der Mann reichlich bewiesen.

Frei von Allüren, unspektakulär, einer, der den Bürgern nahe ist. Und das ist keine gespielte Volksnähe: Fahrrad statt Dienstwagen, Wohngemeinschaft statt Luxusvilla, persönliche Worte und Gesten für jedermann statt Bodyguards und Absperrungen. Und wenn er beim SV Werder in der Fankurve steht, stimmt er auch schon mal die Schlachtgesänge an.

Erst jüngst sagte der einst „unbequeme Linke” im AZ-Gespräch: „Ich bin ein Typ, der auf der Straße kommuniziert, ich hasse parteiinterne Veranstaltungen, mir sind da jeder Wochenmarkt und jede Kneipe lieber.”

Montag sitzt er also mit den AKV-Machern im Garten des Ferienhauses. Die Koalition steht wieder, der Wahlsieg hat gut getan. Stolz, aber kein bisschen laut, ein Nordlicht durch und durch. „Ich bin hier geboren”, sagt der sympathische Gesprächspartner, „und was diese Stadt für mich so lebenswert macht, ist einfach: Ich gehe durch die Straßen und treffe immer Leute, die ich persönlich kenne.” Das sagt nur einer, der auch zuhören kann.

Der AKV ist von der Wahl für 2004 richtig begeistert. Bischoff, selbst Christdemokrat vom Scheitel bis zur Sohle, ist vom Sozialdemokraten Scherf hin und weg: „Alle Recherchen finden wir im Gespräch mit ihm bestätigt, ein unglaublich freundlicher, herzlicher, zuvorkommender Mann.”

So wird der Bremer Bürgermeister am 7. Februar im Eurogress ausgezeichnet. Und der AKV setzt auf den Sympathiebonus Scherfs, auf seine Offenheit - mit ihm wollen die TV-Karnevalisten hoch hinaus.

Was angesichts der stattlichen Länge des zu Ehrenden (2,04 Meter) nicht besonders schwer fallen dürfte. Gut, der Vogelkäfig, in dem der Ritter traditionell seine Rede hält, muss im vorliegenden Fall vergrößert werden - was solls, Hauptsache, Scherf lässt seinen feinsinnigen Frohsinn sprühen.

Und auch dazu hat er sich am Montag in Wehdel bei Schiffsdorf bei Bremerhaven bereit erklärt.