Heinsberg: Nur ein Kardiologe für alle Kinder im Kreis

Heinsberg: Nur ein Kardiologe für alle Kinder im Kreis

Herzfehler bei Kindern sind keine seltene Erscheinung. Im Gegenteil: Es ist die häufigste aller angeborenen „Fehlbildungen”. Etwa acht bis zehn Kinder von 1000 Neugeborenen kommen mit einem Herzfehler zur Welt.

Für Dr. Khaled Jürgen Abou Lebdi sind diese Zahlen wohl keine Überraschung. Angesichts der Häufigkeit, mit der ein Herzfehler bei Kindern laut Statistik auftritt, ist es jedoch auf den ersten Blick verwunderlich, dass der Heinsberger der einzige Kinderkardiologe im gesamten Kreisgebiet ist und darüber hinaus auch noch als „Einzelkämpfer” in seiner Fachdisziplin die gesamte Stadt Mönchengladbach betreuen muss.

Mittlerweile hat sich dies unter den Kinderheilkundlern längst herumgesprochen, mit dem Ergebnis: „Früher hatten wir durchschnittlich ein herzkrankes Kind am Tag in der Praxis, heute sind es 1200 im Jahr.” Warum trotz dieser Entwicklung nur so wenige Kinderärzte auch Kinderkardiologen sind, erklärt Abou Lebdi so: „Wir arbeiten in einer noch sehr jungen Disziplin, die erst in den 70er Jahren entstanden ist.”

Und für einen Kinderarzt sei es ein durchaus steiniger Weg bis zum Kinderkardiologen. Nach der normalen Facharztausbildung müsse noch einmal eine dreijährige Spezialausbildung an einer Universität nachgeschoben werden. „Viele scheuen diese langwierige Ausbildung.” Zudem gebe es an den entsprechenden Hochschulen meist nur einen Ausbildungsplatz, der hierfür zur Verfügung stehe.

Derzeit gebe es in Deutschland rund 220 Kinderkardiologen, von denen etwa 100 als niedergelassene Ärzte tätig seien, sagt Abou Lebdi.

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