Zwölfte Auflage der Internetrallye Netrace: Rund 90 Teams qualifiziert

Zwölfte Internetrallye : Vom Taj Mahal bis zu Kater Garfield in der Netrace-Vorrunde

Wo oder was ist Ebenda? Diese harmlose Frage hat einige Teams in der ersten Runde der Internetrallye Netrace von unserer Zeitung und NetAachen wertvolle Punkte gekostet.

Fast 200 Teams von rund 60 Schulen, insgesamt mehr als 1600 Schüler, sind in diesem Jahr bei der Internetrallye von unserer Zeitung und Net­Aachen gestartet. Und gleich zu Anfang schon kamen einige Gruppen ins Schlingern. Gefragt war nach dem Sterbeort eines Lehrers, der 1972 zur Verhaftung der RAF-Terroristin Ulrike Meinhoff beitrug. Über den Mann, Fritz Rodewald hieß er, steht in der Wikipedia: Geboren 1939 in Rössing; gestorben 2009 ebenda.

Ebenda? Wer im Kunstunterricht schon die Romantik hatte, denkt vielleicht an die Klosterruine Eldena, die der Maler Caspar David Friedrich verewigt hat. Doch „ebenda“ heißt „auch da“ oder „genau dort“. Weil Rodewald in seinem Geburtsort Rössing auch starb. Dennoch landete „Ebenda“ in mehreren Einsendungen. Klingt so richtig und bringt doch keine Punkte.

Rupien in Euro umgerechnet

Es ging in der Vorrunde des zwölften Netrace aber auch um andere Themen. In weiteren Rollen wirkten mit: Comic-Kater Garfield, das Museum Zitadelle in Jülich, die gefälschten Hitler-Tagebücher und die Eintrittspreise des Taj Mahal in Indien. Wer beim Netrace mitmacht, kommt ganz schön herum im Netz.

So wie das Team „Websearcher“ der Maria-Sibylla-Merian-Gesamt­schule in Herzogenrath-Kohlscheid. Die zehn Neuntklässler sind größtenteils erfahrene Netracer. Im Internet bewegen sie sich mit Routine – der Einsatz digitaler Unterrichtsmittel und Recherche-Techniken gehöre zum Medienkonzept ihrer Schule, betont ihr Lehrer Frank Spielmann.

„Gar nichts“ kommt denn auch aus ihrer Runde als Antwort, wenn sie gefragt werden, ob ihnen in der Vorrunde etwas schwer gefallen sei. Obwohl: „Die Aufgabe, den Eintrittspreis vom Taj Mahal von Rupien in Euro umzurechnen, war nicht ganz einfach“, sagt Tarek Ahmad. Doch die 14 bis 16 Jahre alten Schüler schafften auch das und tappten auch nicht in die Falle, den Preis eines Tour-Tickets statt den des gefragten Tagestickets einzusenden.

„Die haben das genau richtig gemacht“, lobt Marianne Weiss vom medienpädagogischen Institut Promedia Maassen. Sie ist für die Organisation der Rallye zuständig und wertete die Antworten aus. „Genaues Lesen und Verstehen der Aufgaben ist beim Netrace das A und O.“ Am Ende stehen die Herzogenrather, zusammen mit einigen anderen Teams in der Tabelle – siehe rechts – mit vollen 50 Punkten glänzend da.

Außer Konkurrenz, aber mit vollem Einsatz läuft ein Team mit, dessen Mitglieder die Schulzeit schon seit mehr oder weniger langer Zeit hinter sich haben. „Hannah und die alten Männer“ besteht aus Mitarbeitern der Pressestelle des Net­race-Sponsors NetAachen. „Nachdem wir jahrelang immer wieder in die Fragen gespinxt hatten, haben wir uns nun gesagt: Jetzt machen wir mal richtig mit“, sagt Thomas Schwabe, von Beruf Kommunikationschef des Telekommunikations-Anbieters.

Ein gemischtes U30-/Ü40-Trio

Dem gemischten U30-/Ü40-Trio ist klar: Was ihnen an Jugend fehlt, müssen sie durch Ehrgeiz wettmachen. Oder, wie es Kommunikationsexpertin Hannah Hoffmann formuliert: „Da wir nur einen geringen Teil unseres Teams demografisch in der entsprechenden Zielgruppe verorten können, wollen wir um so mehr in den geforderten Disziplinen glänzen. Wir nehmen die Sache also durchaus ernst und wollen auf keinen Fall ,alt aussehen’.“ Sie, Thomas Schwabe und Alfred Reuters kamen so aus dem Stand auf immerhin 48 Punkte.

Andere blieben dagegen ganz auf der Strecke. Gleich mehrere Teams hatten in der Vorrunde technische oder zeitliche Probleme und konnten – aus  unterschiedlichen Gründen – ihre Antworten nicht rechtzeitig einsenden. Da  wir alle Teams gleich behandeln wollen, ist dann leider ein Weiterkommen nicht mehr möglich. Das gilt auch, wenn es sich um das einzige  Team der Schule gehandelt hat.

So steht als Ergebnis fest: Fast 90 Teams kommen in die Hauptrunde, in der nun die besten drei Teams jeder Schule gegeneinander antreten. Und, das steht schon fest, auch im nächsten Durchgang wieder ganz schön herumkommen werden im Netz.

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