Eschweiler: Zweieinhalb-Zentner-Fliegerbombe bei Eschweiler ist entschärft

Eschweiler : Zweieinhalb-Zentner-Fliegerbombe bei Eschweiler ist entschärft

Granatsplitter, Munitionsreste, ganze Bomben: „Sie können sich kaum vorstellen, was wir hier nahezu täglich aus dem Boden holen“, sagt ein Sprecher von Amprion.

Das Unternehmen baut derzeit die 320-kV-Höchstspannungs-Erdkabel-Stromleitung ALEGrO Deutschland - Belgien, die nördlich der Autobahn 4 an Dürwiß vorbeiführt. Dort stieß ein Bagger am Mittwochvormittag auf ein hochexplosives Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg: eine amerikanische Zweieinhalb-Zentner-Fliegerbombe.

Die Kampfmittel-Bergungsfirma, die für Amprion das Baugelände sichert, informierte den Kampfmittelräumdienst bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Auch Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt wurden sofort in Kenntnis gesetzt. Ordnungsamtssprecher Wolfgang Cohnen nahm die Situation vor Ort in Augenschein: „Erfreulicherweise liegt der Fundort der Bombe deutlich mehr als 300 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt.

Das heißt, wir müssen nicht evakuieren.“ Wohl aber die Wirtschaftswege rund um die Fundstelle sperren, die auch als Spazierwege sehr beliebt sind. Gesperrt werden musste auch die Autobahn 4 zwischen den Anschlussstellen Eschweiler-West und -Ost — und zwar in beide Fahrtrichtungen.

Um Punkt 14 Uhr machte die Autobahnpolizei die A4 dicht — schon Minuten später staute sich der Verkehr kilometerweit zurück. Kurz darauf herrschte auch in der Eschweiler Innenstadt — trotz längst vorhandener Alternativen nach wie vor die favorisierte Ausweichroute nahezu aller Navigationsgeräte — „Land unter“. Blechkarossenkolonnen bis kurz vor dem Verkehrsinfarkt.

Bis zu einer Stunde, so hatten die Kampfmittelexperten Fritz Pütz aus Frohnrath in der Eifel und Holger Jacobi aus Oberforstbach geschätzt, werde die Entschärfung der Zweieinhalb-Zentner-TNT-Bombe dauern. Nach nur 23 Minuten meldeten sie: „Geschafft!“ Gefahr beseitigt. Während die Polizei die Autobahn wieder freigab, luden Pütz und Jacobi das Weltkriegsrelikt per Bagger in ihren Transporter.

Ein Relikt, das durch gleich zwei Zünder doppelt gefährlich war. „Der Kopfzünder hat uns ein paar Probleme gemacht, weil das Gewinde gestaucht war“, erklärt Pütz. Um gleich darauf den Heckzünder vorzuzeigen: „Der ist noch wie neu! Beide Zünder waren noch sehr gut.“ Pütz kennt sich aus. Auch 73 Jahre nach Kriegsende hat er nahezu täglich mit den brisanten Hinterlassenschaften des Kriegs zu tun.

Mehr von Aachener Nachrichten