Fall scheint aufgeklärt: Zwei Frauen in Langerwehe „niedergemetzelt“

Fall scheint aufgeklärt : Zwei Frauen in Langerwehe „niedergemetzelt“

Nach dem Fund dreier blutüberströmter Leichen in einem Zweifamilienhaus in Langerwehe am Samstag scheint die Tat aufgeklärt zu sein. Nach der Obduktion am Sonntag deutet alles darauf hin, dass ein 43-jähriger Mann zunächst ein wahres Blutbad anrichtete und sich danach selbst tötete.

Am Samstag waren in der Johannes-Hellwig-Straße in Langerwehe-Jüngersdorf gegen 10 Uhr drei blutüberströmte Leichen gefunden worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aachen handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen, 60 und 45 Jahre alt, sowie einen 43-jährigen Mann. Letztere bewohnten als Ehepaar das Obergeschoss des Hauses, die andere Frau lebte im Erdgeschoss. „Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sind alle drei Personen wahrscheinlich infolge scharfer Gewalt verstorben, wobei es keine Hinweise auf die Involvierung einer vierten Person gibt“, teilte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts am Samstagabend mit.

Schon zu diesem Zeitpunkt schienen die Ermittler sicher zu sein, dass die drei Opfer sich gegenseitig getötet haben, denn es wurde keine Fahndung nach einem möglicherweise noch lebenden Täter gestartet. Allerdings bestand am Samstagabend noch die Möglichkeit eines sogenannten erweiterten Suizids.

Am Sonntag brachte die Obduktion der Leichen in der Kölner Rechtsmedizin dann weitgehende Klarheit über den Tathergang. „Es war ein Doppelmord mit anschließendem Suizid. Das ist relativ eindeutig nach der Obduktion“, erklärte Katja Schlenkermann-Pitts am Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung.

Täter sei demnach eindeutig der 43-jährige Mann gewesen. Dafür sprächen die Art der Auffindung der Leichen sowie die Schwere der Verletzungen. Nach Worten der Oberstaatsanwältin habe der Täter die beiden Frauen „niedergemetzelt“, sie wurden von hinten mit 20 bzw. 30 Messerstichen getötet. Danach fügte sich der 43-Jährige mit dem Messer selbst tödliche Verletzungen zu.

Während der Tathergang aufgeklärt und die Tatwaffe laut Schlenkermann-Pitts sichergestellt wurde, kann über den Grund für die Tat nur spekuliert werden. „Die bislang vorgefundenen Spuren lassen zurzeit auf eine tätliche Auseinandersetzung des Ehepaares in ihrer Wohnung schließen, infolge derer vermutlich die Ehefrau in die Wohnung der Nachbarin im Erdgeschoss flüchtete, während der Ehemann ihr nacheilte, die Wohnungstür im Erdgeschoss aufbrach und die beiden Frauen in der dortigen Wohnung durch zahlreiche Messerstiche tötete“, teilte Schlenkermann-Pitts am späten Nachmittag mit. Vermutlich sei eine psychische Erkrankung des Mannes Auslöser für die Tat gewesen.

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(red)