Zufriedenheit mit NRW-Ministerpräsident Laschet schwindet

Während Koalition punktet : Zufriedenheit mit NRW-Ministerpräsident Laschet schwindet

Die Zufriedenheit mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat einer Umfrage zufolge in Nordrhein-Westfalen deutlich abgenommen. Rund eineinhalb Jahre nach Antritt seiner schwarz-gelben Koalition sind demnach noch rund 37 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden.

Das seien 11 Prozentpunkte weniger als im Oktober, teilte der WDR am Sonntag mit. Das Institut Infratest dimap hatte die Umfrage für das WDR-Magazin „Westpol“ erstellt. Vergleiche man das Ergebnis mit Umfragen in anderen Bundesländern, sei Laschet der unpopulärste Ministerpräsident mit CDU-Parteibuch. Schlechter schnitt nur SPD-Regierungschef Carsten Sieling in Bremen (35 Prozent) ab.

Die schwarz-gelbe Koalition ist laut der Umfrage dennoch im Aufwind. In der Sonntagsfrage legte die CDU im Vergleich zum Oktober um zwei Prozentpunkte auf 30 Prozent zu und wäre damit weiterhin klar stärkste Kraft. Ihr Partner FDP konnte sich mit 12 Prozent (+1) ebenfalls verbessern. Die SPD erholte sich auf 23 Prozent (+2), die Grünen landeten unverändert bei 17 Prozent. Die AfD verlor drei Prozentpunkte und kam auf 9 Prozent. Die Linke rangierte mit 6 Prozent ebenfalls schlechter (-2), wäre aber noch im Landtag. Laut der Analyse hätte Schwarz-Gelb allerdings bei sechs Fraktionen im Landtag keine Mehrheit mehr.

Wie sehr politische Fragen die Lager in NRW spalten können, zeigt sich unterdessen in der Beurteilung der freitäglichen Klimaschutz-Demos von Schülern. Sie spalten die Gemüter: Der Umfrage zufolge finden es 49 Prozent der Befragten in Ordnung, dass die Schüler dafür zum Teil die Schule sausen lassen. Ein genauso hoher Anteil findet dies jedoch nicht in Ordnung. Das meiste Verständnis haben Anhänger der Grünen, der Linken und der SPD. Anhänger von AfD, FDP und CDU gehören dagegen mehrheitlich zu denjenigen, die das Schulschwänzen für die Demos skeptisch sehen. 92 Prozent der Befragten finden es allerdings grundsätzlich gut, dass sich Schüler für mehr Klimaschutz einsetzen.

Die „Fridays for Future“-Bewegung geht auf die schwedische Aktivistin Greta Thunberg zurück. Die 16-Jährige demonstriert seit Monaten freitags in Stockholm. Mittlerweile schließen sich auch in Deutschland Schüler an. Die NRW-Landesregierung hatte zuletzt bekräftigt, dass die Schulpflicht gelte - und mit Sanktionen gedroht.

Wie die Umfrage ebenfalls ergab, hält eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Wähler in NRW einen Kohleausstieg bis 2038 für zu spät. Jeder vierte Befragte (25 Prozent) hält das Datum dagegen für richtig. Für 18 Prozent der Befragten komme er zu früh.

Die sogenannte Kohlekommission hat ein Konzept für einen Kohleausstieg bis spätestens 2038 vorgelegt. Die Umsetzung liegt aber bei der Politik.

(dpa)
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