Düsseldorf: Zoo-Tiere im WM-Fieber: Kicken im XXL-Format

Düsseldorf: Zoo-Tiere im WM-Fieber: Kicken im XXL-Format

Kicken im XXL-Format und Trainingslager im Delfinarium: Das Fußball-Fieber hat wenige Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft in Südafrika auch viele Tiere in den nordrhein- westfälischen Zoos angesteckt. Während die einen ihre WM-Tauglichkeit erst noch beweisen müssen, schießen sich die anderen schon warm.

Im Wuppertaler Zoo stimmte sich Elefanten-Dame Sweni auf das sportliche Großereignis ein. Sie stammt aus dem Krüger-Nationalpark, dem größten Wildschutzgebiet Südafrikas. Beim tierischen „Kick-off” trat der 17 Jahre alte Dickhäuter gegen seinen Tierpfleger an. Mit dem original FIFA-Ball, leider aber ohne regelkonformes Trikot, schlenzte Sweni ein ums andere Mal das Runde am torhütenden Pfleger vorbei ins Eckige.

„Das macht ihr großen Spaß”, sagte Zoo-Sprecher Karl-Joachim Flender. Von den Wuppertaler Elefanten sei Sweni die talentierteste - sportlich und künstlerisch: Nach dem „Spiel” schwang die afrikanische Sportskanone noch den Pinsel und brachte zwei elefantöse Öl-Gemälde in Schwarz-Rot-Gold auf die Leinwand. Die Gemälde sollen veräußert werden. Der Erlös kommt dem Zoo zugute.

Nächster Spielort: Fußball-Regionalliga gegen Südafrika. Die Spieler von Preußen Münster hatten ein schweres Los, als sie zur Einweihung des neuen Afrikageheges im Allwetterzoo auf dem frisch verlegten Rollrasen aufliefen. Ihre Gegner: die tierischen „Allstars” aus Afrika. Ohne große Berührungsängste machte Team „Antilope und Zebra” von seinem Heimrecht Gebrauch und zeigte den sieben angereisten Kickern, wo der Ball lang läuft.

Wie die Partie im neu gestalteten Zuhause der Tiere ausging, konnte Zoo-Sprecherin Ilona Zühlke nicht sagen. Eins jedoch hielt sie fest: „Die Tierpfleger sind alle begeisterte Fußball-Fans”. Dass der schwarz-weiße Lederball dort auch in Zukunft öfter mal ins Rollen kommt, ist demnach nicht ausgeschlossen.

Die Duisburger starten in eine spritzige WM-Saison: „Wir testen gerade, ob unsere Delfine WM-tauglich sind”, sagte Frank Chomik vom Tierpark. Erste Erfahrungen hatten die Tiere vor zwei Jahren während der Europameisterschaft gesammelt - da war ihr Gegner die Torwand. Doch die am Ball technisch hochbegabten Schwimmer bevorzugen als Spielpartner „quiekende Zuschauer”, erzählt Chomik. Die seien ihnen lieber, als ein toter Gegenstand mit Löchern. Als untauglich für das Spiel mit dem Ball hätten sich in Duisburg die Raubkatzen erwiesen. Die Jäger hätten nur ein Ziel: den Ball möglichst schnell zu zerfetzen.

Das ganze Jahr über im „Trainingslager” sind die Schimpansen in der Gelsenkirchener Zoom Erlebniswelt. Dort ist der Ball eines der liebsten Spielzeuge der Menschenaffen. Allerdings werde damit kaum gekickt: „Sie spielen damit, lassen ihn kullern und beißen darauf herum”, sagte Sprecherin Sabine Haas. Im Krefelder Zoo gehört der Fußball zum „Standardprogramm” - dient als Versteck für Rosinen, Nüsse oder andere Schmankerl, sagte Zoo-Chef Wolfgang Dreßen.

Fußball hin oder her: Wenn es um das runde Leder geht, sind so ziemlich alle Zoo-Tiere ein bisschen „balla-balla” - bietet es mit Gerüchen oder Leckereien bestückt doch eine prima Abwechslung im sonst eher tristen Alltag. So wird in den Gehegen auch nach der WM weiter geschnuppert, gepult, gespielt, gekaut und manchmal auch gekickt.

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