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Zehn „Westerdam“-Passagiere kommen aus NRW

Zwei Ehepaare vorsichtshalber in Quarantäne : Zehn „Westerdam“-Passagiere kommen aus NRW

Am Freitag kommen die letzten vier „Westerdam“-Passagiere nach NRW zurück. Die deutschen Behörden gehen auf Nummer sicher und schicken zwei Ehepaare erstmal in Quarantäne. Sechs Menschen sind schon da. Für alle hat das Gesundheitsministerium Zusatztests veranlasst.

An Bord des in Kambodscha gestrandeten Kreuzfahrtschiffs „Westerdam“ befanden sich nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums zehn Menschen aus Nordrhein-Westfalen. Sechs von ihnen seien bereits wieder zu Hause in NRW, teilte das Ministerium am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Sie kämen aus dem Kreis Recklinghausen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Märkischen Kreis.

Die vier übrigen Passagiere werden nach Angaben des Kreises Recklinghausen an diesem Freitag mit einem Flugzeug in Düsseldorf landen. Die beiden Ehepaare leben in Dorsten und Recklinghausen. Dort sollen sie zunächst in häuslicher Quarantäne leben. Ob bei der Fahrt vom Flughafen nach Hause besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, wurde am Donnerstag nicht bekannt.

Bei einem der Paare handelt es sich um die Hochschullehrer Stefan Habel (35) und Alexandra Dorschu (34) aus Dorsten. Sie hatten in den vergangenen Tagen in einem Hotel in Phnom Penh auf ihre Weiterreise gewartet. Bereits am Sonntag sei ihnen mitgeteilt worden, dass ihre Tests auf das Coronavirus negativ gewesen seien, hatten sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag gesagt.

Das aus Hongkong kommende Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ hatte nach einer Irrfahrt am Donnerstag vergangener Woche im Hafen von Sihanoukville in Kambodscha angelegt. Zuvor hatte es aus Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus Sars-CoV-2 mehrere Häfen nicht anlaufen dürfen. Bei einer US-Passagierin war am Samstag bei der Weiterreise in Malaysia überraschend eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden. Da waren viele der rund 2300 Menschen an Bord bereits an Land gegangen. Bisher wurden keine weiteren Infektionen bei Passagieren oder Crewmitgliedern des Schiffes bekannt.

Nach Angaben des Ministeriums stuft das Robert Koch-Institut (RKI) alle Rückkehrer aufgrund ihrer Aufenthalte auf dem Kreuzfahrtschiff derzeit als sogenannte Kontakte der Kategorie I ein. Empfehlungen für damit verbundene Maßnahmen stünden den unteren Gesundheitsbehörden zur Verfügung. Ministeriumssprecher Axel Birkenkämper ging am Donnerstag davon aus, dass die Behörden die Empfehlungen umsetzen.

Laut Kreissprecher Jochem Manz würden die Rückkehrer etwa gebeten, Tagebuch zu führen, täglich ihre Körpertemperatur zu messen und sich bei Auffälligkeiten beim Gesundheitsamt zu melden. Das Amt werde die Personen einmal täglich kontaktieren und nach Symptomen fragen. Wenn es irgendwie geht, sollen sie keinen direkten Kontakt mit anderen Menschen haben. Einkäufe sollen Verwandte und Bekannte erledigen. Über die mögliche Dauer der Quarantäne lasse sich derzeit noch nichts sagen, so Manz weiter. Nach Angaben des Ministeriums hält das RKI in diesem Fall auch einen zusätzlichen Labortest für sinnvoll. Das Ministerium habe dies entsprechend veranlasst.

Von den ursprünglich 57 auf dem Kreuzfahrtschiff mitgereisten Deutschen habe inzwischen gut die Hälfte ausreisen können, hatte das Auswärtige Amt am Mittwoch mitgeteilt. Zu den bereits zurück gekehrten „Westerdam“-Passagieren zählen zwei Brandenburger und zwei Hessen, die ebenfalls in häuslicher Quarantäne bleiben müssen.

Auf dem in einem japanischen Hafen liegenden Kreuzfahrtschiff „Princess Diamond“ befanden sich insgesamt zehn Deutsche. Unter den ursprünglich 3700 Passagieren und Crewmitgliedern waren bis Mittwoch 621 Infektionen nachgewiesen worden. Zwei Passagiere aus Japan sind inzwischen gestorben. Unter den Passagieren des Schiffes sind nach derzeitigem Kenntnisstand des Ministeriums keine Personen aus Nordrhein-Westfalen.

(dpa)