Zehn Teams in der ersten Netrace-Finalrunde ohne Fehlerpunkte

Netrace-Finalrunde : Die Top-Tipper in den Top Ten

Die Anforderungen sind stark gestiegen in der ersten Finalrunde der Internetrallye Netrace von unserer Zeitung und NetAachen. Doch stark sind auch die vielen Teams an der Spitze.

Beim Recherchieren im Internet und beim Verfassen der Antworten ruhig und präzise arbeiten, ohne die Nerven zu verlieren – darauf kommt es beim Netrace an, dem großen digitalen Schülerwettbewerb von unserer Zeitung und NetAachen. Kurz: „Tippen ohne auszuflippen“ ist das Rezept für den Erfolg. So, wie das Team heißt, von dem das Einhard-Gymnasium aus Aachen im Finale verteten sein wird.

Mit erstklassigen 50 Punkten sind die sechs Achtklässler ganz vorne dabei. Und das, obwohl die erst 13 und 14 Jahre alten Freunde aus der 8d in diesem Jahr erstmals beim Netrace mitmachen. Ihre Strategie ging jedenfalls auf: „Wir haben uns in Zweierteams aufgeteilt, die Aufgaben gelöst und am Ende alles noch einmal mit allen Quellenangaben gegengecheckt“, erklärt Leander Kausch. So wühlten sich die Sechs auch durch schwierige Fragen. Bei extrem langen Texten wurde eine Tastenkombination auf dem Keyboard zum besten Freund: „Steuerung F“, wie Malte Esper sagt. „Ohne kommt man da nicht weiter.“ Drückt man Steuerung und F-Taste, startet die Suchfunktion auf Webseiten. In das entsprechende Suchfeld lassen sich Begriffe einfügen, die dann im Text auf der Seite hervorgehoben werden – was zeitsparend ist, wenn das fragliche Wort zum Beispiel erst auf der 65. Seite eines ellenlangen PDF-Dokumentes steht.

Während der vergangenen drei Runden haben die Schüler, obwohl alles andere als Neulinge im Netz, doch viele spannende neue Inhalte kennengelernt. „Man ist auf Seiten unterwegs, auf die man sonst praktisch nie kommen würde“, sagt Balthasar Weigand. Etwa Webseiten von Behörden aus Malaysia, auf denen er einem Flugzeugabsturz hinterher recherierte.

Dass beim Netrace schon schlichtes Verzählen Punkte kosten kann, erlebte das – außer Konkurrenz mitlaufende – Team „Hannah und die alten Männer“, in dem Mitarbeiter der Pressestelle von Netrace-Sponsor NetAachen antreten. „Bei der Zahl der Heiratsanträge des Verlegers George P. Putnam an die Pilotin Amelia Earharts haben wir uns verzettelt“, sagt Hannah Hoffmann. „Bei so viel romantischem Einsatz kann man aber wohl mal durcheinanderkommen.“

Einsatz ist auch das Stichwort, wenn es um die Netrace-Macher geht. Das medienpädagogische Institut Promedia Maassen aus Alsdorf, wo das Netrace erfunden wurde und seit zwölf Jahren organisiert wird, bestand am 1. März seit 30 Jahren. Heute verwirklicht das Team von Wilhelm Maassen multimediale Projekte mit fast 70 Tageszeitungen in ganz Deutschland. Jährlich nehmen über 100.000 Schüler und rund 4000 Lehrer an den Medienprojekten aus Alsdorf teil.

Netrace-Macher: Wilhelm Maassen (l.), Geschäftsführer von Promedia Maassen, das am Freitag 30-jähriges Bestehen feierte. Daneben Andreas Schneider, Geschäftsführer von NetAachen, das 2019 zehn Jahre besteht. Das Bild mit dem Lego-Saurier entstand beim Netrace 2017 im Continium Kerkrade. Foto: Andreas Steindl

Bleibt nur die Frage offen: Wie kam es zum Teamnamen „Tippen- OhneAuszuflippen“? Malte Esper gibt eine Antwort, die so ehrlich wie sympathisch ist: „Wir wollten ein Wortspiel im Namen haben, und die anderen Vorschläge waren noch schlechter.“ So kam etwa „Game of Phones“, eine Anspielung auf die Serie „Game of Thrones“, nicht in Frage – weil niemand mit dem Smartphone an die Netrace-Aufgaben ging. „Am Ende haben wir demokratisch abgestimmt, genau wie wir es im Politikunterricht gelernt haben“, sagt Lukas Esch grinsend. Lehrer Dr. Willemsen lacht. Beste Stimmung also am Einhard-Gymnasium vor der letzten Runde des diesjährigen Netrace. Gute Voraussetzungen für weitere 50 Punkte.

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