Zehn Jahre Jugendstrafe für den Mörder einer 17-Jährigen

Höchstmögliche Jugendstrafe : Zehn Jahre Jugendstrafe für den Mörder einer 17-Jährigen

Ein 18-Jähriger ist vom Landgericht Bonn wegen versuchter Vergewaltigung und Mordes zur Jugend-Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass er eine 17-Jährige in Sankt Augustin getötet hat. Die Richter entsprachen mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Deutsch-Kenianer vergewaltigte und erstickte die Schülerin laut Anklage in der Nacht zum 1. Dezember 2018 in seinem Zimmer in einer Obdachlosenunterkunft. Zur Tatzeit war er noch 17 Jahre alt. Die junge Frau hatte er am Tag zuvor in Bonn kennengelernt. In der Nacht begleitete sie ihn demnach in seine Unterkunft, nachdem sie den letzten Zug nach Hause verpasst hatte.

Der Verurteilte, der seit seinem dritten Lebensjahr in Deutschland lebt, hatte während des ganzen Prozessen geschwiegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit begründet.

Wie ein Gerichtssprecher im Anschluss mitteilte, konnte die Kammer nicht endgültig aufklären, was in der Tatnacht im Zimmer des jungen Mannes geschah. Sicher sei jedenfalls, dass es neben einem Vergewaltigungsversuch auch zu einem gewaltsamen Sexualakt kam. Laut Urteil wollte die aus Unkel in Rheinland-Pfalz stammende 17-Jährige dort nur übernachten, um am nächsten Morgen nach Hause zu fahren. Sie habe kein „sexuelles Abenteuer“ gesucht, auch - so der Gerichtssprecher - „kein sexuelles oder romantisches Interesse an dem Angeklagten gehabt“.

Nachdem die 17-Jährige sich gegen eine sexuelle Annäherung gewehrt habe, habe der junge Mann sie auf den Kopf geschlagen und dann erstickt. Zwei Tage lang blieb die Leiche der Schülerin in dem Zimmer liegen, bis die Polizei ihm auf die Spur kam und er die Ermittler freiwillig an den Tatort führte.

(dpa)
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