Jedes Jahr das selbe Spiel: Zahl der Schulschwänzer vor den Ferien gestiegen

Jedes Jahr das selbe Spiel : Zahl der Schulschwänzer vor den Ferien gestiegen

Schule schwänzen, um schneller in die Ferien zu fahren oder länger im Urlaub zu bleiben: Die Zahl der sogenannten Ferienverlängerer ist in Nordrhein-Westfalen insgesamt gestiegen.

Etwa im Regierungsbezirk Arnsberg stieg die Zahl gewaltig an. 2017 wurden der Bezirksregierung noch 356 Schulpflichtverletzungen im Zusammenhang mit Ferien gemeldet. Ein Jahr später, im aktuellen Erhebungsjahr 2018, lag die Zahl bei 678. Das entspricht einem Anstieg um mehr als die Hälfte.

Im Regierungsbezirk Münster ist die Zahl der Fälle von 104 Fällen im Jahr 2017 auf 149 Fälle gestiegen. Auch im Düsseldorfer Regierungsbezirk stiegen die Fallzahlen auf 428 an. Der Bezirk Köln erfasst die Fälle der Ferienverlängerer nicht einzeln, sondern nur die Bußgeldverfahren.

2018 waren das insgesamt 1402 Verfahren. Ein Viertel davon, also rund 350, seien Fälle von Ferienverlängerern, schätzt die Bezirksregierung. Im Bezirk Detmold gab es weniger Fälle. 61 Bußgeldbescheide für Ferienverlängerer wurden 2017 verschickt. Ein Jahr später nur noch 40.

Eltern würden die zeitlich und preislich besseren Reisezeiten nutzen, hieß es aus Münster. Autopanne auf der Rückreise, Familienfeier im Ausland, Erkrankung im Urlaub - diese und andere Gründe geben Eltern für das Fehlen ihres Kindes an, erklärte ein Sprecher der Detmolder Bezirksregierung.

Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. 100 bis 155 Euro pro Tag können je nach Regierungsbezirk dafür fällig werden. Im Höchstfall können es insgesamt 1000 Euro werden, wie aus einem Erlass des Schulministeriums hervorgeht. Das Bußgeld soll den finanziellen Vorteil aufheben, den eine frühere Reise mit sich brächte.

(dpa)
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