Bonn: Zahl der Missbrauchsopfer am Aloisiuskolleg gestiegen

Bonn: Zahl der Missbrauchsopfer am Aloisiuskolleg gestiegen

Die Zahl der mutmaßlichen Missbrauchsopfer am Bonner Aloisiuskolleg ist ebenso wie die Zahl der Verdächtigen gestiegen.

Dies gehe aus einem Zwischenbericht der von den Jesuiten berufenen Missbrauchsbeauftragten Julia Zinsmeister hervor, teilte die zuständige Interessengemeinschaft Missbrauchsgeschädigter in Bonn mit.

Demnach gibt es bislang 67 Missbrauchsopfer und 18 Tatverdächtige. Von den mutmaßlichen Tätern seien 15 Ordensmitglieder. Zudem sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer noch viel größer ist.

Den Angaben zufolge gibt es neben körperlichen Misshandlungen auch Hinweise unter anderem auf sexuellen Missbrauch und die „Ausübung latenter psychischer Gewalt” bei den Schülern des Kollegs.

Überdies sollen die Verantwortlichen des katholischen Jesuiten-Ordens schon vor 2010 von den Übergriffen gewusst und sie verschwiegen haben.

Öffentlich wurden die Vorwürfe Anfang Februar dieses Jahres, nachdem mehrere Ex-Schüler von Übergriffen berichtet hatten. Aufgrund der Vorwürfe war der Rektor des Kollegs, Pater Theo Schneider, einige Tage später mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten.