Düsseldorf: Zahl der EHEC-Fälle in Nordrhein-Westfalen stagniert

Düsseldorf: Zahl der EHEC-Fälle in Nordrhein-Westfalen stagniert

In Nordrhein-Westfalen sind dem Gesundheitsministerium seit Freitag keine neuen Fälle der gefährlichen EHEC-Durchfall-Erkrankung gemeldet worden.

Das sagte Ministeriumssprecher Christoph Meinerz am Sonntagnachmittag auf dpa-Anfrage. Entwarnung in der EHEC-Krise gaben die Behörden aber nicht.

Weiterhin seien 48 Menschen in NRW nachweislich durch den Darmkeim EHEC erkrankt, sagte Meinerz. Davon litten 15 Personen an dem durch den EHEC-Erreger hervorgerufenen lebensbedrohlichen Nierenversagen (HUS). Einschließlich der unbestätigten Verdachtsfälle gibt es in NRW weiterhin 84 EHEC-Fälle. Angesichts der Größe des Landes sei die Situation nicht besonders besorgniserregend, bekräftigte der Sprecher die Einschätzung des Ministeriums.

Weiterhin sei die Quelle des gefährlichen Erregers nicht gefunden, sagte der Sprecher des NRW-Verbraucherministeriums, Frank Seidlitz. Von 121 Lebensmittel- und Wasserproben bei Gemüsebauern in NRW seien bislang 74 negativ getestet worden. Die Ergebnisse der übrigen Proben stehen noch aus. Geprüft wurden Salat, Gurken, Tomaten, Erdbeeren, aber auch Wasser bei Gemüsebauern.

Die Handelskettte Rewe rief unterdessen spanische Salatgurken der Marken „Rewe Bio” und „Penny Bio” zurück. Seit vergangenem Donnerstag hätten die Unternehmen der Rewe Group (Karstadt Feinkost, Penny, Temma, toom Verbrauchermarkt und Rewe) bundesweit keine spanischen Salatgurken mehr in den Regalen, teilte das Unternehmen mit. Die Kunden würden gebeten, zuvor gekaufte Gurken in die Geschäfte zurückzubringen. Rewe habe von den Behörden den Hinweis erhalten, dass die Ware von einem spanischen Erzeuger stammt, bei dem nicht sicher ausgeschlossen werden könne, dass er Gurken mit dem EHEC-Erreger in Verkehr gebracht habe.

Wissenschaftler der Uniklinik Münster arbeiten weiter unter Hochdruck an einem Schnelltest zum Nachweis des Darmkeims. Ein Modell gebe es bereits, dieses werde derzeit getestet, sagte ein Sprecher der Uniklinik am Samstag. Der Schnelltest könne wohl im Laufe der kommenden Woche, eventuell erst zum Ende der Woche zur Verfügung stehen.

An dem Test arbeitet das Konsiliarlabor für das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) unter der Leitung des EHEC-Spezialisten Helge Karch. Das Labor hatte auch den Erregertyp ermittelt, der für den aktuellen Ausbruch der EHEC-Infektionen in Deutschland verantwortlich ist.

Angesichts wachsender Skepsis der Verbraucher durch die EHEC-Krise gehen die deutschen Obst- und Gemüseproduzenten in die Offensive. Große Erzeuger haben Stichproben ihrer Produkte testen lassen und meldeten nach entsprechenden Laborbefunden ihr Obst und Gemüse als „EHEC-frei”.

Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) in Bonn teilte am Samstag mit, die Waren der führenden deutschen Vermarktungsorganisation Landgard am Niederrhein seien „erwartungsgemäß EHEC-frei”. Zu den getesteten Waren gehörten mehrere Salatsorten, Tomaten und Gurken. Dasselbe Ergebnis legte auch die Gartenbauzentrale Papenburg vor - die größte Gurken vermarktende Organisation in der Bundesvereinigung. Sowohl Landgard als auch die Gartenbauzentrale haben viele Kunden in Norddeutschland, wo die Zahl der durch den EHEC-Erreger erkrankten Menschen besonders hoch ist.

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