Düsseldorf: Zahl abgegebener Waffen in NRW verdoppelt sich

Düsseldorf: Zahl abgegebener Waffen in NRW verdoppelt sich

In Nordrhein-Westfalen sind bis Ende August mehr als 18.000 Schusswaffen bei der Polizei abgegeben worden. Das sind nach Angaben des Landesinnenministeriums fast doppelt so viele wie in den ersten acht Monaten des Vorjahres.

„Jede Waffe, die vom Markt verschwindet, ist eine gute Waffe”, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag der dpa. Ein Grund für den Anstieg sei vermutlich die seit Juli gewährte Amnestie zur Abgabe illegaler Waffen.

Noch bis zum Jahresende können Bürger Schusswaffen und Munition aus illegalem Besitz zur Polizei bringen. Die Herkunft wird nicht überprüft, der ehemalige Besitzer bleibt straffrei.

Allein in Köln und Leverkusen haben laut Polizei 41 Waffenbesitzer von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Beamten hätten dabei 40 Schusswaffen sowie zahlreiche verbotene Gegenstände wie Messer und Wurfsterne entgegengenommen.

Keine einzige illegale Waffe lief dagegen bei der Polizei in Gelsenkirchen auf. Allerdings wurden dort mehr legale Waffen und sogenannte Erbwaffen als früher abgegeben, wie ein Sprecher der Polizei sagte.

Bereits seit April 2008 müssen auch geerbte Waffen abgegeben oder mit einem elektronischen Blockiersystem versehen werden. Nach Ministeriumsangaben verzichteten Besitzer aber aus Kostengründen - etwa wegen der nötigen Anschaffung eines speziellen Waffenschrankes - lieber auf die Waffen.

Auch die Polizei Münster erhält deshalb deutlich mehr Schusswaffen: Bis Juli gingen dort 131 Waffen ein, im gesamten vergangenen Jahr waren es 72.