1. Region

Tag der Arbeit wird digital: Wonnemonat Mai startet mit Corona-Verboten

Tag der Arbeit wird digital : Wonnemonat Mai startet mit Corona-Verboten

Die Bäume werden grün, die Nächte mild, der Mai beginnt. Doch in diesem Jahr sind die meisten Maifeiern nicht möglich. Polizei und Ordnungsämter kontrollieren. Manche Verkaufsstellen für Maibäume haben gar nicht erst geöffnet. Auch am Tag der Arbeit ist alles anders.

Am 1. Mai ist normalerweise viel los: vom Tanz in den Mai, Wanderungen mit dem Bollerwagen bis zum nächtlichen Maibaum-Aufstellen. Aber wegen der Coronavirus-Pandemie sind die meisten traditionellen Feiern zum Beginn des Wonnemonats nicht möglich. Picknicken und Grillen auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist verboten. Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen können ein Bußgeld von 200 Euro pro Person kosten.

„Die Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus besteht auch am 1. Mai“ erklärten die Polizeibehörde und die Städte im Kreis Höxter vorsorglich in einer Pressemitteilung. Natürlich gälten an diesem Feiertag weiter alle Kontakt- und Versammlungsverbote gemäß der Coronaschutzverordnung. Die Ordnungsämter in Kreis Höxter kündigten mehr Kontrollen an, die Polizei bietet zusätzliches Personal auf.

In der Nacht zum 1. Mai stellen junge Männer traditionell ihrer Liebsten einen geschmückten Maibaum vor das Fenster. Doch auch hier läuft es nicht wie sonst: Da es meist mehr als zwei Leute braucht, um einen Maibaum zu schleppen, gab es in mehreren Städten erst gar keine Möglichkeit zum Kauf. In Troisdorf sowie in Bornheim bei Bonn wurde der traditionelle Verkauf abgesagt. Polizei und Ordnungsamt wollten nachts auf Einhaltung der Regeln achten.

In der Region verlief die Mainacht im Vergleich zu den Vorjahren sehr ruhig. Nur vereinzelt habe es kleinere Einsätze gegeben, die typisch für die Mainacht seien, teilte ein Sprecher der Polizei Aachen mit. Auch in Düren und Heinsberg blieb es aus polizeilicher Sicht friedlich.

Um zu verhindern, dass Leute durch den Aachener Wald und durch die Straßen ziehen, um Maibäumchen illegal zu fällen, hatte die Stadt im Vorfeld vorsorglich auf Verkaufsstellen hingewiesen. Aber auch bei der Ausgabe müssten die Sicherheitsabstände eingehalten werden.

„Das Maibrauchtum besagt übrigens, dass in diesem Jahr, also im Schaltjahr 2020, die Mädchen den Jungs einen Baum stellen oder ein Herz hängen sollen“, erklärte die Stadt Aachen. Die Krisenstäbe von Stadt und Städteregion wiesen darauf hin, dass auch Polizei und Ordnungsämter in der ersten Mainacht verstärkt unterwegs seien.

In Höxter richteten Kreis und Polizei einen Appell an die Eltern der jungen Leute: „Sensibilisieren Sie Ihre Kinder und unterbinden Sie Fahrten mit dem Bollerwagen“, erklärten die Behörden.

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Die Coronavirus-Einschränkungen betreffen auch die Kundgebungen zum 1. Mai. Für die auf kleine Gruppen zwischen 20 und 100 Menschen beschränkten Veranstaltungen hatten die Kommunen strenge Abstands- und Hygieneauflagen erteilt. Unter anderem gab es Kundgebungen in Köln und Dortmund, die nach Polizeiangaben friedlich geblieben seien. Gleichwohl wurde der Tag der Arbeit, der in diesem Jahr unter dem Motto „solidarisch ist man nicht alleine“ stand, eher zu einem digitalen Fest. Dazu trugen Online-Mitmachaktionen wie eigene Videos, Poetry Slam-Beiträge und Musikstücke bei.

Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, verwies auf die starke Solidarität in der Gesellschaft, brachte aber ihre Sorge um die Zukunft zum Ausdruck. So verschärfe die Krise „bestehende soziale Ungleichheiten“: „Hier muss Politik jetzt Vertrauen schaffen, aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und konsequenter sozialen und ökologischen Fortschritt vorantreiben“, sagte Weber.

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In einem Grußwort nahm auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Stellung. „Bisher hieß es: Raus zum 1. Mai. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben verändert. Die Menschen müssen jetzt Abstand zueinander halten und zugleich müssen sie zusammenhalten. Uns fällt das nicht schwer. Denn dieser Zusammenhalt ist unsere große Stärke in Nordrhein-Westfalen.“

Der CDU-Politiker versprach Hilfe: „Ich denke da nicht nur heute an die vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, die in der Kurzarbeit sind und die um die Zukunft ihrer Familien und ihrer Kinder bangen. Sie haben viel zu verlieren. Aber sie dürfen nicht die Verlierer dieser Krise sein.“

(dpa)