Dreiländereck mischt bei Expo Real mit: Wohnungsbau lässt Betongold glänzen

Dreiländereck mischt bei Expo Real mit: Wohnungsbau lässt Betongold glänzen

Pünktlich zum Ende des Oktoberfestes rauschen ab Montag in München zehntausende Immobilienprofis zu Europas größter Gewerbeimmobilienmesse Expo Real an die Isar. Das Dreiländereck mischt kräftig mit.

Insider überrascht das nicht. Zehn Jahre nach der Finanzkrise kristallisiert sich nämlich der Wohnungsmarkt – neben klassischen Gewerbeimmobilien und entsprechenden Gewerbegebieten – als zunehmend lukrativer Bestandteil der riesigen Messe heraus. Die Aachener Region mischt dabei kräftig mit. Dutzende Projektentwickler, Investoren, Architekten, Wirtschaftsförderer und nicht weniger als 21 (Ober)Bürgermeister aus der Euregio Maas-Rhein plus Landräte bündeln ihre Ideen, Flächen und Bauvorhaben auf der Suche nach Partnern.

In München landen diese auf dem ehemaligen Flughafengelände, mehrere Fußballfelder groß. 2041 Aussteller aus aller Welt haben sich unter einem Dach vor Ort angemeldet. Die Messeleitung jubiliert wegen des Rekordniveaus.

Alles rückt zusammen

„Gewerbe, Wohnen und Logistik sind die Themen der Region Aachen auf der Expo. Gestartet als Fachmesse für Gewerbeimmobilien, deckt das Angebot heute das ganze Spektrum der Immobilienwirtschaft ab“, sagt Fritz Rötting, Geschäftsführer der Industrie und Handelskammer (IHK) Aachen. Er führt die regionalen Akteure am Gemeinschaftsstand „aachen 1a“ zusammen – aus Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg, aber auch aus den Niederlanden und Belgien. Rötting bestätigt: „Die Expo Real hat  in jüngster Zeit die Wohnimmobilien immer stärker ins Blickfeld genommen. In der heutigen Zeit rücken Arbeiten und Wohnen wieder enger zusammen. Urban Manufacturing mit 3D-Druck oder Coworking-Angebote kann man im Wohngebiet problemlos machen.“ Alles eine Frage der Perspektive.

Beispiel „Campus Wohnen“ aus dem Portfolio der Unternehmensgruppe Derichs und Konertz in Aachen: In direkter Nachbarschaft zum RWTH Campus West entsteht auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern eine Mischung aus Eigentums- und Mietwohnungen, Stadthäusern, eine Kindertagesstätte sowie Studentenwohnungen. Investitionsvolumen: 85 Millionen Euro. Oder Aachen-Brand: Die Nesseler Grünzig Gruppe bebaut dort ein altes Tuchmacherviertel mit 270 Wohneinheiten. Oder die Reaq Immobilien GmbH in Aachen-Burtscheid: Neben exklusiven Mietwohnungen im Burtscheider „Quartier 74“ sollen im benachbarten, 10.000 Quadratmeter großen Bauabschnitt Büro- und Gewerbeflächen in einem ehemaligen Landesbad wachsen. Weitere Schwerpunkte des gemeinsamen Messeauftritts sind – unter anderem – ein erster städteregionaler Gewerbeflächenpool, der „Brainergy-Park“ in Jülich im Kreis Düren sowie Ein- und Mehramilienhaussiedlungen in Alsdorf. Als die Münchener Messeleitung im Vorfeld des Kongresses ihre internationalen Aussteller fragte, ob Wohnimmobilien weiter an Bedeutung gewinnen werden, antworteten 88,5 Prozent mit einem vorbehaltlosen „Ja“. Es locken attraktive Gewinnmargen.

Als größter Bauland-Entwickler der hiesigen Region gilt die S-Immo, eine Immobilien-Tochter der Sparkasse. Geschäftsführer Dietmar Röhrig unterstreicht in Sachen Wohnbau: „Die Preise in Aachen-Stadt stabilisieren sich auf relativ hohem Niveau. In der Region steigen die Preise nach wie vor, weil junge Familien und Ruheständler durchaus in diese Lagen ausweichen.“ Der Finanzexperte rechnet vor: „So zahlt man in Aachen für eine 61 bis 100 Quadratmeter große Neubauwohnung im Durchschnitt einen Kaufpreis von etwa 3400 bis 5000 Euro pro Quadratmeter, in der Region im Vergleich zwischen 2100 bis 3000 Euro pro Quadratmeter.“ Wobei natürlich auch diese Preise sehr stark abhängig von der Lage und der Ausstattung der Immobilie variieren. Röhrig kalkuliert „moderates Wachstum“. Andere sind nach der Bierdusche schon in Champagnerlaune. So oder so. Es läuft.

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