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Neuzugänge im Kölner Zoo: Wo das Faultier unter der Decke hängt

Neuzugänge im Kölner Zoo : Wo das Faultier unter der Decke hängt

Einfach mal abhängen: Wer sich in den Herbstferien eine Auszeit gönnen will, kann sich Perez und Jumi im Kölner Zoo zum Vorbild nehmen.

Mitten durch einen Tropenwald wandeln – und dabei Tiere aus Mittel- und Südamerikas aus nächster Nähe beobachten: Das geht seit Anfang Oktober im neu eröffneten „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert“-Haus des Kölner Zoos. Zwei Hingucker der Dschungelhalle sind die beiden Zweifinger-Faultiere „Jumi“ und „Perez“. Sie machen (nicht nur) in der Herbstferienzeit das, was alle Schüler lieben: einfach mal abhängen und kopfüber das Leben genießen.

Weibchen „Jumi“ stammt aus dem Tierpark Nordhorn. Sie lebt seit November 2020 in Köln und wurde zunächst im Quarantänebereich des Hippodom gehalten.

„Jumi“ ist knapp über zwei Jahre alt und für ein Faultier relativ aktiv. Besucher können sie aus naher Distanz beim Klettern in den verschiedenen Bereichen des Hauses beobachten. „Jumi“ hat nach angaben des Zoos in dieser Zeit ihr Gewicht von knapp 4 auf 7,5 kg verdoppelt.

Etwas zurückhaltender ist ihr junger männlicher Partner „Perez“, der aus dem Dierenpark Amersfoort in den Niederlanden stammt. Er ist erst seit Anfang Mai 2021 im Kölner Zoo und muss sich – faultiertypisch und normal – erst langsam vom biologischen Rhythmus des dortigen Nachttierhaus auf den Tagbetrieb im „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert“-Haus umstellen. „Perez“ ist 20 Monate alt. Er verschläft den Tag meist in einer ruhigen und erhöhten Ecke des Hauses und wird dafür bei Nacht aktiv.

 Weibchen „Jumi“ stammt aus dem Tierpark Nordhorn. Sie lebt seit November 2020 in Köln.
Weibchen „Jumi“ stammt aus dem Tierpark Nordhorn. Sie lebt seit November 2020 in Köln. Foto: Kölner Zoo

Der Zoo hat bisher nur wenige Interaktionen zwischen „Jumi“ und „Perez“ beobachtet, was auch an den unterschiedlichen Biorhythmen liegt. Das sexuelle Interesse aneinander wird sich erst mit der Geschlechtsreife mit drei Jahren bei Weibchen und etwa 4,5 Jahren bei Männchen einstellen.

Mahlzeit

Beide Faultiere fressen eine Mischung aus frischem Laub, Salat und anderem Gemüse – meist roh, teils aber auch gekocht. Sie teilen sich ihr neues Zuhause mit einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Den meisten Kontakt haben „Jumi“ und „Perez“ mit den dort gehaltenen Affenarten, die sie manchmal aus Neugierde berühren.

Auf ihren Wanderschaften durch die Halle mit ihren komplexen Wegen aus Kunstlianen, Totholzbäumen und -ästen sowie Lebendbäumen biegen und brechen sie durch ihr Gewicht die Pflanzen zur Seite. Aufgrund der hohen Beweglichkeit kommen „Jumi“ und „Perez“ mit ihren langsamen, aber oft akrobatischen Kletterbewegungen in jeden Winkel des Hauses..

Die neue Heimat der Kölner Faultiere, das „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert“-Haus hat der Zoo in den vergangenen 28 Monaten für rund zwöl Millionen Euro kernsaniert. Für die Sanierung des historischen Hauses von 1899 setzte der Zoo Mittel der Stadt Köln, der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Eigenmittel ein.

Gekoppelt an Artenschutzprojekt im Ursprungsgebiet

Als Teil seines breiten Engagements für den Schutz der Biodiversität hat der Kölner Zoo die Sanierung an die Unterstützung eines Artenschutzprojekts im Ursprungsgebiet der Tiere, die im „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ leben, geknüpft. Konkret arbeitet der Zoo mit dem International Tropical Conservation Fund zusammen. Gemeinsam erreichte man in den vergangenen Jahren u.a., dass im mittelamerikanischen Staat Belize ein mehr als 400 Quadratkilometer großes Schutzgebiet aus unterschiedlichen, seltenen und wertvollen Waldtypen – von Trocken- bis Regenwäldern – geschaffen wurde. Gleichzeitig werden Umweltbildungs- und Ökotourismus-Maßnahmen gefördert, siehe auch www.koelnerzoo.de/artenschutz.

Alle Infos zum Gebäude, zu seiner Historie, seinen Tieren und Pflanzen auch unter: www.koelnerzoo.de/auerhaus

(red)