Morschenich/Kerpen: Wieder Übergriffe rund um den Hambacher Forst: Steinwürfe und Fäkalien

Morschenich/Kerpen : Wieder Übergriffe rund um den Hambacher Forst: Steinwürfe und Fäkalien

Wenig feierlich ging es über die Osterfeiertage im Hambacher Forst zu. Wie die Polizei der Städteregion Aachen am Dienstag mitteilte, griffen Aktivisten aus der Waldschützerszene RWE-Mitarbeiter und Polizeibeamte an. Das Amtsgericht Kerpen, wo ein Prozess gegen mehrere Aktivisten lief, wurde beschmiert.

In der Nacht zu Freitag hatten nach Angaben von Polizeisprecherin Petra Wienen Werkschutz-Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE zunächst zwei junge Frauen nahe der für die Öffentlichkeit verbotenen Abbruchkante im Hambacher Forst angetroffen. Sie ließen sich freiwillig aus dem gefährdeten Bereich bringen. Anschließend griff eine von ihnen, eine 20-Jährige aus Tübingen, aus bisher nicht geklärtem Grund einen RWE-Mitarbeiter an und verletzte ihn mit Tritten. Die herbeigerufene Polizei nahm beide Frauen vorläufig fest und brachte sie zur Kerpener Wache.

Dort wurde die 20-Jährige erneut gewalttätig und griff nun die Polizeibeamten an. Eine Beamtin erhielt mehrere Tritte gegen den Kopf und stürzte. Sie musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden und war auch vier Tage darauf noch nicht wieder dienstfähig. Gegen die junge Tübingerin verhängte der Amtsrichter Untersuchungshaft.

Steine fliegen

Am Ostersonntag und -montag kam es dann rund um den Hambacher Forst laut RWE zu drei weiteren Vorfällen. So brannten am Sonntag gegen 18 Uhr mehrere Barrikaden auf der Trasse der ehemaligen Landesstraße 276. Als die RWE-Werkschützer vor Ort eintrafen, wurden sie von rund 20 vermummten Personen mit Steinen beworfen. Anschließend flohen die Vermummten wieder in den Wald. Die hinzugerufene Polizei fand mehrere Nagelbretter und Glasgefäße mit unbekannten Flüssigkeiten. Die RWE-Mitarbeiter löschten und beseitigten die Barrikaden.

Später am selben Abend, gegen 21.40 Uhr, flogen am RWE- Sicherheitsstützpunkt an der L276 erneut Steine. Ein geparkter Pkw wurde beschädigt, die Steinewerfer zogen sich unerkannt in den Wald zurück.

Am Ostermontag stellten RWE-Mitarbeiter neue brennende Barrikaden auf der L276 fest. Eine Gruppe von rund zehn bis 15 Personen sollten die Feuer gelegt und zudem Feuerwerkskörper in Richtung der Sicherheitskräfte geschossen haben. Andere Personen hätten am Sicherheitszaun randaliert. Schaden entstand nicht, die Barrikaden wurden gelöscht und weggeräumt.

Zuletzt beschmierten in der Nacht zum Dienstag Unbekannte den Eingangsbereich des Amtsgerichtes Kerpen mit Fäkalien und einer breiartigen, klebrigen Masse. Vor dem Gericht war vor wenigen Tagen ein Aktivist verurteilt worden.

Die Aachener Polizei hat zu allen Fällen Ermittlungen aufgenommen und Strafverfahren eingeleitet.

(red/pol)
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