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Corona als Dienstunfall: Wenn sich Polizisten im Einsatz anstecken

Corona als Dienstunfall : Wenn sich Polizisten im Einsatz anstecken

Das Land hat inzwischen 21 Mal eine Corona-Infektion bei Polizisten als Dienstunfall anerkannt, wobei sich die meisten Beamten (13) im Einsatz angesteckt haben. Acht mal infizierten sie sich im Kollegenkreis.

Das geht aus einem Bericht an den Innenausschuss des Landtags hervor. „Die Ansteckungen im Kollegenkreis erfolgten bei dienstlichen Besprechungen oder Fortbildungen trotz der Einhaltung der Hygienemaßnahmen“, schreibt das Innenministerium in seinem Bericht. Die Ansteckungen im Einsatz geschähen bei „Vernehmungen, Festnahmen, sonstigen polizeilichen Einsätzen, insbesondere dynamischen Einsatzlagen mit einer Vielzahl von Personen ohne Einhaltung der erforderlichen Abstands- und Hygieneregelungen durch die Bürgerinnen und Bürger und im Rahmen des Polizeigewahrsams.“

Nach dpa-Informationen liegen noch rund 200 weitere Anträge zur Prüfung vor. Wird eine Coronavirus-Infektion bei der Polizei als Dienstunfall anerkannt, übernimmt das Land neben den Kosten der Behandlung gegebenenfalls auch eine einmalige Unfallentschädigung oder ein Unfallruhegehalt. „Im Fall des Todes können Angehörige einen Anspruch auf Unfall-Hinterbliebenenversorgung haben“, so das Innenministerium.

Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Michael Mertens, sagte am Dienstag: „Polizisten können sich im Dienst nicht immer vor einer Corona-Infektion schützen. Mit der Anerkennung als Dienstunfall wälzt das Land das Risiko nicht auf die Beschäftigten ab.“ NRW sei damit „bundesweit Vorreiter“ zusammen mit Schleswig-Holstein, wo ebenfalls schon rund 20 Fälle anerkannt worden seien.

(dpa)