Besondere Trauzimmer in NRW: Wenn das Ausflugsziel zum Standesamt wird

Besondere Trauzimmer in NRW : Wenn das Ausflugsziel zum Standesamt wird

Für Fußballverrückte, Geschichtsbegeisterte oder Tierfreunde: Brautpaare mit besonderen Interessen finden in Nordrhein-Westfalen eine Reihe ganz besonderer Orte, um sich das Ja-Wort zu sagen.

Historische Rathäuser, Kirchen, Burgen und Schlösser: Geheiratet wird überall dort, wo alte Gemäuer ein möglichst romantisches Flair verströmen. Doch es geht durchaus kurioser: Einige sehr ausgefallene Orte für Trauungen in besonderem Ambiente hat Nordrhein-Westfalen zu bieten. Eine Auswahl.

Ein Hauch von Industriegeschichte: Wo einst Bergleute oder Stahlarbeiter malochten, sind im Ruhrgebiet viele Industriedenkmäler entstanden - in zahlreichen von ihnen kann man inzwischen heiraten. Besonders begehrt sind Termine für Hochzeiten in der Essener Welterbestätte Zeche Zollverein: Rostiger Stahl, nackter Beton, historische Förderbänder und Kohlenloren bilden die Kulisse für den Standesbeamten und die Brautgesellschaft. Wen es zur Hochzeit in einen alten Stollen zieht, ist im Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten gut aufgehoben: 60 Meter weit geht es in den Berg hinein - nicht ohne Schutzhelm und Bergmannskittel über der feinen Garderobe: „Bedenken Sie bitte, dass das Tragen der Helme Auswirkungen auf die Frisur haben kann“, wird auf der Internetseite gewarnt.

Tierische Trauzeugen: Töröö, ihr seid getraut! In Köln können sich Paare im Beisein von Elefanten das Ja-Wort geben. Möglich ist das auf der Besucherempore des großzügigen Elefantenparks. Die Stadt, die dort eine Außenstelle des Standesamts unterhält, verspricht Heiratswilligen: „Für Paare, die das exotische Ambiente wünschen, ist dieser Ort genau das Richtige.“ Zu der Exotik mag beitragen, dass es in einem Elefantenpark naturgemäß etwas anders riecht als in einem Rathaus. Und dass die „größten Trauzeugen der Erde“ unter Umständen andere Termine haben können. Bei der Stadt heißt es: „Es wird ausdrücklich auf die nicht gesicherte Anwesenheit der Elefanten hingewiesen.“ Auch der Zoo Wuppertal bietet Trauungen vor tierischer Kulisse, genau wie die Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen.

In den Hafen der Ehe: Sofern es nicht gerade stürmt und Brautpaar und Hochzeitsgäste einigermaßen seetauglich sind, können Düsseldorfer zwischen April und Oktober ein Hochzeitsfloß auf dem Unterbacher See besteigen. Nach der Zeremonie legt das schwimmende Trauzimmer mit Pavillon und Holzbänken zu einer Runde über den See ab.

Wo sonst der Ball rollt: Im fußballverrückten Westen zählen auch viele große Bundesliga-Stadien zu beliebten Heiratsorten. Königsblaue Fußballfans können sich etwa in der stadioneigenen Kapelle auf Schalke trauen lassen. Wer die Schalke-Atmosphäre liebe, für den sei die Trauung in der Arena „die absolute Krönung, sozusagen der Derbysieg“, heißt es auf der Homepage des Fußballstadions. Anhänger von Borussia Dortmund dürften sich also nicht angesprochen fühlen. Doch Fans des schwarz-gelben Schalke-Rivalen können sich im Signal-Iduna-Park das Ja-Wort geben - Sektempfang am Rasenrand oder Nutzung der Südtribüne sind möglich.

Nichts für Frostbeuelen: 841 Meter über dem Meeresspiegel und meist ein paar Grad kühler als im Flachland - einen höheren Punkt mit einem Trauzimmer als auf dem Kahlen Asten in Winterberg gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht. Tief hinein statt hoch hinaus geht es für Heiratswillige in der Kluterthöhle. Mit konstanten 10 Grad ist es im Innern der Höhle bei Ennepetal das ganze Jahr über frisch. Wer mit langer weißer Schleppe zur Höhlentrauung schreiten will, muss zudem wissen: Nach Regen könne der Boden schlammig und die Wände im engen Höhlensystem feucht sein, heißt es beim Besucherservice.

(dpa)
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