Düsseldorf: Weniger neue Asylsuchende in NRW: Mehr Abschiebungen

Düsseldorf : Weniger neue Asylsuchende in NRW: Mehr Abschiebungen

Der Zugang von Asylsuchenden nach Nordrhein-Westfalen ist seit März deutlich gesunken. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger (SPD) an den Düsseldorfer Landtag hervor.

Demnach wurden NRW in der ersten Mai-Hälfte vom Bundesamt für Migration 2131 Asylsuchende zugewiesen - halb soviele wie zur selben Zeit im vorigen Jahr. Insgesamt nahm NRW in diesem Jahr bis Mitte Mai rund 58.000 Menschen auf.

Gut jeder Fünfte kommt aus Syrien. Zu den drei Hauptherkunftsländern zählen außerdem der Irak und Afghanistan. Bis auf weiteres bekomme NRW keine Personen mehr aus Marokko und Algerien zugewiesen, bekräftigte Jäger. Diese Zusage des Bundesinnenministeriums sei eine erhebliche Entlastung. „NRW hatte in der Vergangenheit teilweise mehr als 80 Prozent der Antragsteller aus Marokko und 60 Prozent der Asylbewerber aus Algerien aufnehmen müssen.” Vor allem alleinreisende junge Männer aus diesen Ländern sind mehrfach polizeiauffällig geworden.

Die Zahl der Asylanträge stieg in NRW im April 2016 gegenüber demselben Vorjahresmonat um fast 150 Prozent auf über 12.000. Bundesweit lag die Steigerungsquote bei gut 124 Prozent. Mitte Mai standen dem Land fast 67.000 Unterbringungsplätze zur Verfügung, die mit rund 25.000 Flüchtlingen belegt waren.

Etwa zwei Drittel der Plätze sind Notunterkünfte. Ihre Zahl wird langsam zugunsten regulärer Plätze abgebaut. Auch die Gesamtkapazität wurde im Vergleich zum Vorjahr um 5125 Plätze verringert. Vor allem betonte Jäger, dass nur noch 21 statt 73 Sporthallen vom Land für Flüchtlinge genutzt werden.

Bis Ende April sind aus NRW in diesem Jahr bereits 1727 Personen abgeschoben worden - 772 mehr als zum gleichen Vorjahresstand. Hinzu kamen 5530 freiwillige Ausreisen mit staatlicher Unterstützung. Die Zahl der Ausreisen ohne Förderung ist noch nicht beziffert. Ende März hielten sich in NRW über 57.000 Ausreisepflichtige auf, rund 44.600 von ihnen mit Duldung.

(dpa)