Landeskriminalamt meldet: Weniger junge Tatverdächtige bei Verbrechen in NRW

Landeskriminalamt meldet : Weniger junge Tatverdächtige bei Verbrechen in NRW

Kinder und Heranwachsende sind 2018 laut LKA seltener als Tatverdächtige ermittelt worden als im Jahr zuvor. Aber: Immer mehr Kinder und Jugendliche fallen durch Bedrohung, Erpressung oder das Verbreiten intimer Bilder übers Internet auf.

Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist in NRW im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf knapp 99.400 Personen gesunken. Mit 21,7 Prozent entspricht das etwa jedem fünften der insgesamt rund 457.300 Tatverdächtigen. Das geht aus dem Lagebild Jugendkriminalität und Jugendgefährdung vor, das jetzt vom Landeskriminalamt (LKA) veröffentlicht wurde.

Von insgesamt gut 457.000 Tatverdächtigen waren laut dem Lagebild rund 15.400 Kinder unter 14 Jahren, fast genau 42.000 Jugendliche unter 18 Jahren und etwas mehr als 42.000 Heranwachsende unter 21 Jahren. In den meisten Fällen ging es um Diebstahl (rund 31.500 Verdächtige), Körperverletzung (fast 25.400) oder Drogen (rund 15.000).

Während die Zahlen in diesen Bereichen durchgehend rückläufig waren, stieg die Zahl der Verdächtigen bei Straftaten mit dem „Tatmittel Internet“ in fast allen Kategorien an - darunter bei Gewaltdarstellung, Erpressung oder Kinder- beziehungsweise Jugendpornografie.

Im Fall der jugendpornografischen Fälle waren die Tatverdächtigen in 76,1 Prozent unter 21 Jahren alt. Das war der einzige Bereich, in dem Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende häufiger verdächtig wurden als Erwachsene.

Laut einem LKA-Sprecher betrifft Jugendpornografie 14- bis 18-Jährige Opfer. Das Jugendliche intime Fotos von Gleichaltrigen zum Beispiel in Chats teilten, sei inzwischen leider ein weit verbreitetes Phänomen.

(dpa)
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