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Trotz Corona-Krise: Weniger Firmenpleiten im ersten Quartal in NRW

Trotz Corona-Krise : Weniger Firmenpleiten im ersten Quartal in NRW

In den ersten drei Monaten 2020 sind trotz erster Auswirkungen der Corona-Krise weniger Firmen in Nordrhein-Westfalen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. Dieser Trend bestätigt sich auch in der Region.

Insgesamt 1312 Insolvenzverfahren hätten Unternehmen betroffen, teilte das Statistische Landesamt am Dienstag mit. Das seien 9,8 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019. In 979 Fällen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, in 333 Fällen wurde die Eröffnung mangels Masse abgewiesen.

Mit 1,2 Milliarden Euro waren die voraussichtlichen Forderungen aber um zwei Drittel höher als im ersten Vierteljahr 2019 (damals: 0,7 Milliarden Euro). Grund sei eine höhere Zahl von Insolvenzanträgen wirtschaftlich bedeutender Unternehmen als vor einem Jahr. Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren 12.340 Beschäftigte von einer Unternehmensinsolvenz betroffen, knapp 1200 mehr als im Vorjahreszeitraum.

In der Region gab es die meisten Insolvenzen je Einwohner in Alsdorf – dort waren es 7,44 Insolvenzen auf 10.000 Einwohner. Gleich mehrere Gemeinden verzeichneten im ersten Quartal gar keine Insolvenzen, dazu zählen Roetgen in der Städteregion Aachen und Heimbach, Hürtgenwald, Niederzier und Titz im Kreis Düren. Insgesamt folgt die Region dem NRW-Trend: Die Zahl der Insolvenzen in der Städteregion ist von 270 auf 241 (-10,7 Prozent) gefallen. Im Kreis Heinsberg waren es mit 67 Insolvenzen sogar 36,2 Prozent weniger als im Jahr 2019 mit 105 Insolvenzen. Nur der Kreis Düren ist mit 92 Insolvenzen auf dem Niveau des Vorjahrs geblieben.

Dass sich die Coronavirus-Krise im ersten Quartal noch nicht stärker bei den Insolvenzen bemerkbar gemacht hat, liegt nach Angaben der Statistiker unter anderem daran, dass Anträge aufgrund der regulären Bearbeitungszeit bei den zuständigen Insolvenzgerichten noch nicht erfasst waren. Zudem habe der Gesetzgeber Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig wurden, vorübergehend von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreit.

Neben den Unternehmen beantragten 3864 Verbraucher, zu denen Arbeitnehmer, Rentner oder Arbeitslose gehören, im ersten Vierteljahr 2020 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das waren 10,2 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

(jas/dpa)