Wenige Vertretungslehrer in NRW in Sommerferien arbeitslos

Bundesagentur für Arbeit berichtet : NRW-Lehrer seltener in Sommerferien-Arbeitslosigkeit

Unter dem Druck des bundesweiten Lehrermangels schicken die Länder angestellte Lehrkräfte seltener in die Sommerferien-Arbeitslosigkeit. Nordrhein-Westfalen weist dabei den geringsten Anteil auf, wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht.

Demnach waren in den Sommerferien 2018 im bevölkerungsreichsten Bundesland 450 Lehrkräfte mit Zeitverträgen arbeitslos gemeldet. 2017 waren es fast genauso viele, im Jahr 2014 noch 510. In NRW gab es 2018 gut 156.000 verbeamtete und mehr als 41.600 angestellte Lehrkräfte.

Spitzenreiter war 2018 Baden-Württemberg mit 1840 arbeitslos gemeldeten Lehrern, gefolgt von Bayern mit 800 Lehrern. Insgesamt hatten sich in den Sommerferien 2018 bundesweit rund 6000 Lehrer arbeitslos gemeldet. In dieser Zeitspanne sei regelmäßig ein starker Anstieg zu verzeichnen, hieß es. Seit 2014 schwankt die Zahl zwischen 6500 und 6000 Lehrern, die in der Regel nach den Ferien wieder eine Beschäftigung aufnehmen. Als Hauptursachen nennt die Bundesagentur befristete Verträge und das Ende der Referendariate.

„Das Land nimmt seine Verantwortung als Arbeitgeber sehr ernst“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) der dpa. NRW habe 2017 eine Regelung erlassen, die den Vertretungslehrkräften sehr weit entgegenkomme - auch im Vergleich zu anderen Bundesländern. So sollen nach Möglichkeit die Sommerferien von vornherein in die Vertragslaufzeit mit einbezogen werden.

Das Düsseldorfer Schulministerium hatte in einem Erlass an die Bezirksregierungen und Schulämter Ende 2017 angeordnet, die Sommerferien in den Vertrag mit einzubeziehen - sofern das Beschäftigungsverhältnis spätestens am 1. Februar eines Jahres beginnt und bis zum Ende des Schuljahres reicht. Auch Lehrer, die nach dem 1. Februar als Vertretungslehrer angestellt werden, müssen in den Sommerferien bezahlt, wenn sie danach weiter beschäftigt sind - unabhängig vom Einsatzort. „Nordrhein-Westfalen hat damit im Vergleich aller Bundesländer eine gute Lösung gefunden, wie die Zahlen zeigen“, sagte Gebauer.

Zur bundesweiten Situation sagte der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), Alexander Lorz (CDU): „Wir haben stets einen gewissen Anstieg in den Sommerferien, der dadurch bedingt ist, dass Referendare aus der Ausbildung kommen.“ Bei der gegenwärtigen Arbeitsmarktsituation bekämen die Lehrkräfte in den allermeisten Fällen aber unbefristete Planstellen zum Schuljahresbeginn.

„Wir haben registrieren können, dass die meisten Länder inzwischen versuchen, eine Arbeitslosigkeit in den Sommerferien zu vermeiden“, sagte auch die Bundesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Marlies Tepe. Nur Baden-Württemberg und Bayern seien da „weiter absolut hartnäckig“.

(dpa)
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