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Wo lebt man am besten?: Welche Regionen in NRW am meisten florieren

Wo lebt man am besten? : Welche Regionen in NRW am meisten florieren

Wohnraum, Arbeit, Infrastruktur, Image: Welche Regionen florieren, hängt von vielen Faktoren ab. In einem NRW-weiten Ranking hat das Münsterland nun am besten abgeschnitten. Die meiste Weiterentwicklung gebe es aber in Übach-Palenberg.

Ausreichend Arbeitsplätze, Wohnraum und Innovationen machen Orte attraktiv: In einem NRW-weiten Ranking haben die Kommunen im Münsterland durchschnittlich am besten abgeschnitten. So waren gute Wohnräume, hohe Industriestärke und eine große Innovationskraft durch den Forschungsstandort Münster entscheidend dafür, dass die Region im Vergleich der fünf Regierungsbezirke des Landes am besten abschnitt, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie hervorgeht, die das Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Verbandes Unternehmer NRW durchgeführt hat.

Die Rheinschiene schnitt im Ranking dank guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen – wie etwa vielen Kommunen mit niedrigen Gewerbesteuerhebesätzen – ebenfalls gut ab. Etwas schlechter sah das Ruhrgebiet im Ranking aus, das sich den Studienautoren zufolge in einem „anhaltenden Transformationsprozess“ befindet.

Besser schneidet unsere Region aber im dynamischen Ranking der Kommunen ab. Dort werden die Kommunen besonders in ihrer Entwicklung in den vergangenen Jahre betrachtet. In diesem Ranking steht Übach-Palenberg aus dem Kreis Heinsberg oben auf dem Treppchen. „Die Gemeinde konnte sich in den vergangenen Jahren insbesondere im Hinblick auf die Ausweisung naturnaher Flächen verbessern“, wird in der Studie erläutert. Das Naherholungsgebiet Wurmtalsee und das Naturschutzgebiet Teverener Heide seien nur zwei Beispiele für die umfangreichen Erholungsangebote, die die Lebensqualität aufwerten. Aber auch im Hinblick auf die gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei die Gemeinde sehr gut aufgestellt. Während rund zwei Drittel der Kommunen in NRW ihre Gewerbesteuerhebesätze in den vergangenen fünf Jahren erhöht haben, hielt Übach-Palenberg seinen Hebesatz konstant. Außerdem sei die Stadt besonders patentstark, so die Studie.

Knapp dahinter landet die Stadt Hückelhoven, ebenfalls aus dem Kreis Heinsberg, auf Platz 3. Dort wurden besonders der erhöhte Wohnungsneubau und die gute Anbindung an urbane Zentren an Rhein und Ruhr als Indikator verwendet. Auch andere regionale Kommunen schnitten dynamisch besser ab: So folgen den Spitzenreitern die Städte Baesweiler (Platz 5), Geilenkirchen (Platz 18), Erkelenz (Platz 23) und die Gemeinde Nideggen (Platz 27). Besonders schlecht schnitten im Vergleich die Gemeinden Nörvenich (Platz 390 von 396), Langerwehe (Platz 388) und Hürtgenwald (Platz 379) ab.

„Kommunalpolitik kann selbst entscheidende Impulse setzen“, sagte NRW-Unternehmerpräsidenten Arndt Kirchhoff in Düsseldorf bei der Vorstellung des Rankings. An Verantwortliche in Stadträten und Kreistagen appellierte er im Vorfeld der Kommunalwahlen im Herbst, viel Wert auf Wirtschaftspolitik zu legen – etwa durch den Ausbau digitaler Infrastruktur in ländlichen Räumen oder Gewerbegebieten. Außerdem sollte auf kommunaler Ebene stärker zusammengearbeitet werden. „Wir erleben gerade, was geschieht, wenn der Motor nicht nur stottert, sondern gar nicht mehr anspringt“, sagte Kirchhoff mit Blick auf die durch die Corona-Pandemie ausgelöste wirtschaftliche Rezession. Die Wirtschaft sei der Schlüssel zu allem, was Städte und Regionen sich leisten könnten und wollten.

Als Vorzeigebeispiel gilt den Studienautoren etwa ein gemeindeübergreifendes Gewerbegebiet der Kommunen Rheda-Wiedenbrück, Oelde und Herzebrock-Clarholz, an dem sich etwa der Internet-Riese Amazon angesiedelt hat.

Insgesamt bescheinigen die Studienautoren dem Land Nordrhein-Westfalen einen „Aufholprozess“ und stellen ihm aktuell ein „noch nicht zufriedenstellendes Zeugnis“ aus: Zwar schafften es einzelne Leuchtturm-Kommunen – wie etwa die Vorzeigestadt Monheim am Rhein – auch im Bundesvergleich auf vordere Ränge, insgesamt seien es aber noch zu wenige. Amtsträgern und möglichen Kandidaten in den Kommunen riet Kirchhoff, „nicht so viel nach Düsseldorf, Berlin oder Brüssel zu schielen – sondern selber die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen.“

(jas/dpa)