Aachen: Was genau den Menschen erst zum Menschen macht

Aachen: Was genau den Menschen erst zum Menschen macht

Wenn Ansgar Vössing aus dem Fenster seines Arbeitszimmers schaut, dann sieht er auf den alten Neptun-Brunnen, 18 Meter tief, zehn Meter hoch, er sieht auf einen der schönsten Brunnen der ganzen Stadt.

Vössings Arbeitszimmer ist im Roten Rathaus in Berlin, er leitet im Referat für Bundesangelegenheiten die Abteilung Kultur, Wissenschaft, Forschung und Umweltschutz. Um so ein Arbeitszimmer einzutauschen, bedarf es allerbester Gründe, und trotzdem oder deswegen hat Vössing es einfach mal getan. Er sitzt jetzt in einem Büro im Kármán-Forum in Aachen, seit ein paar Tagen ist er Inhaber der diesjährigen Klaus-Hemmerle-Professur.

Die vom Aachener Bischof seit 1993 gestiftete Professur, die ein Semester lang währt, soll den Dialog zwischen Naturwissenschaft, Technik, Geistes- und Humanwissenschaften intensivieren. Ansgar Vössing, 51, ist da eine ziemlich konsequente Besetzung, er hat Theologie, Philosophie und Biologie studiert.

Seit 1988 arbeitet für den Regierenden Bürgermeister von Berlin, im Moment ist es Klaus Wowereit (SPD). Zu besagtem Dialog hat er eine Menge beizutragen, deswegen sitzt er jetzt bis Ende Juli in Aachen, und nicht in seinem Büro im Roten Rathaus.

Ethik im politischen Betrieb

Heute Abend kann man Ansgar Vössing kennenlernen, ein paar Schritte von seinem neuen Büro entfernt hält er einen Vortrag darüber, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht und von Tieren unterscheidet. Vössing kann das, wie gesagt, aus sehr unterschiedlichen Perspektiven kommentieren.

Die etwa 30.000 Euro teure Hemmerle-Professur, die RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg als „großes Geschenk des Bistums an die RWTH” bezeichnet hat, ist keineswegs eine auf wenige Gastvorlesungen beschränkte repräsentative Angelegenheit; Vössing hält das Sommersemester lang Vorlesungen zu zwei Themen und ein Seminar. Ohne sämtliche Details zu berücksichtigen, könnte man sagen: Vössing vermittelt das Wesen des Staates, auch im Licht oft schwieriger Prozesse von Entscheidungen im politischen Betrieb, das er als Praktiker gut kennt. Er untersucht ökologische Ethik und ihre Motivation.

Am Wochenende fährt er noch mal kurz in sein Büro im Roten Rathaus: Berlin entscheidet darüber, ob Religion ein Pflichtfach an Schulen werden soll oder nicht. Vössing hat dafür eine Menge getan. Er ist ja auch Theologe.

Der öffentliche Vortrag von Ansgar Vössing, dem derzeitigen Inhaber der Klaus-Hemmerle-Professur, trägt den Titel „Was den Menschen zum Menschen macht”. Vössing ist Theologe, Philosoph und Biologe und nähert sich daher von verschiedenen Seiten der Frage, was genau Menschen und Tiere trennt und verbindet.

Vortragsort ist am Dienstagabend, 21. April, um 19.30 Uhr der Hörsaal Fo3 im Kármán-Auditorium an der Eilfschornsteinstraße 15 in Aachen. Der Vortrag dauert etwa eine Stunde, im Anschluss besteht die Möglichkeit der Aussprache und der Diskussion.

Es sind ausdrücklich alle Interessierten eingeladen, die Veranstaltung zu besuchen, nicht nur Studenten.

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