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In eigener Sache: Warum unser Journalismus auch in Zeiten von Corona Geld kostet

In eigener Sache : Warum unser Journalismus auch in Zeiten von Corona Geld kostet

In der Coronavirus-Krise wird Medien häufig vorgeworfen, dass sie die Krise bewusst befeuern, um davon publizistisch und ökonomisch zu profitieren. Das ist mitnichten der Fall. Warum unser Journalismus trotzdem Geld kostet.

Es sind außergewöhnliche Zeiten: Das Coronavirus verbreitet sich weltweit mit rasanter Geschwindigkeit. Auch in unserer Region gibt es bereits weitreichende Konsequenzen für das alltägliche Leben. Die aktuelle Informationsflut ist für viele überwältigend, Falschmeldungen verbreiten sich vor allem über Soziale Netzwerke wie Lauffeuer und sorgen für Verunsicherung.

In Zeiten wie diesen sind verlässliche Nachrichten und das konsequente Widerlegen von Falschinformationen wichtiger denn je. Diese Aufgabe ist eine journalistische, an der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Redaktion jeden Tag unter Hochdruck arbeiten.

In dieser Situation wird Medien häufig vorgeworfen, dass sie die Krise bewusst befeuern, um davon publizistisch und ökonomisch zu profitieren. Auch wir sehen uns mit solchen Vorwürfen konfrontiert.

Fakt ist, dass auch für das Medienhaus Aachen die aktuelle Situation wirtschaftliche Konsequenzen hat. Wir sind weit mehr als eine Tageszeitung: Zum Medienhaus Aachen gehören rund 3000 Mitarbeiter, die in verschiedenen Geschäftsfeldern (Print, Digitale Medien, Radio, Druck, Logistik, Post- und Messewesen) arbeiten. Die aktuelle Krise trifft uns also an vielen Stellen: Die Kollegen der Medienhaus Aachen Event GmbH etwa mussten jüngst die Euregio Wirtschaftsschau absagen - die größte Verbrauchermesse unserer Region, die seit mehr als 30 Jahren stattfindet.

Auch in der Redaktion arbeiten wir derzeit unter erschwerten Bedingungen: Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren und einen dauerhaften Nachrichtenbetrieb garantieren zu können, haben wir die Hälfte unserer Journalisten ins Home Office geschickt. Viele Veranstaltungen in unserer Region fallen aus, der Sportbetrieb liegt flach, wichtige Ansprechpartner befinden sich in Quarantäne – das schmälert die Anzahl an Geschichten, die wir erzählen können.

Um es kurz zu sagen: Auch dem Medienhaus Aachen würde es deutlich besser gehen, wenn es das Coronavirus nicht gäbe.

Dennoch halten wir den Betrieb aufrecht: Auf unseren Webseiten halten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, rund um die Uhr auf dem Laufenden. Und das durchaus auch kostenfrei: Unser Coronavirus-Liveblog ist auch ohne Abonnement aufrufbar. Hier bündeln wir für Sie alle für die Öffentlichkeit wichtigen Informationen, die von Behörden und anderen offiziellen Stellen verbreitet werden.

Der Großteil unserer übrigen Artikel gehört jedoch zu unserem kostenpflichtigen Plus-Angebot. Nicht, weil wir von der Krise profitieren wollen, sondern weil guter Journalismus etwas wert ist. Qualitätsjournalismus ist harte Arbeit: Die Redaktion der Aachener Zeitung und der Aachener Nachrichten ist täglich von 6 bis 23 Uhr besetzt, auch über diese Zeiten hinaus beobachten wir die aktuelle Informationslage und reagieren notfalls auch nachts. In unserer Redaktion arbeiten mehr als 100 Redakteure, um an 365 Tagen im Jahr fundierte Hintergrundberichte, investigative Recherche, exklusive Videos, aussagekräftige Fotostrecken oder interaktive Grafiken zu erstellen. Wir recherchieren die Hintergründe, die nicht jedem zugänglich sind, und erzählen in unseren Texten die Geschichten hinter den offiziellen Informationen.

Diese Leistung hat einen Wert, sie ist das Kerngeschäft unserer journalistischen Arbeit - und muss entsprechend bezahlt werden.

Als Tageszeitung müssen wir unsere Einnahmen zudem selbst erwirtschaften: Anders als die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender werden wir nicht über Gebühren finanziert.

Wenn unser Journalismus auch in der digitalen Welt langfristig Bestand haben soll, sind wir darauf angewiesen, dass unsere Leserinnen und Leser für unsere Inhalte bezahlen – und zwar unabhängig davon, ob ein Text in einer gedruckten Zeitungsausgabe erscheint oder digital publiziert wird.

Dafür möchten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Ihr Verständnis bitten. Nur dann, wenn wir die Gehälter unserer Kolleginnen und Kollegen bezahlen können, können wir in Krisen wie dieser überhaupt Berichterstattung anbieten.

Nicht nur in der aktuellen Situation, sondern immer, bieten wir Ihnen übrigens an, unser digitales Angebot für vier Wochen kostenlos zu testen. Danach kostet das Digitalabo 9,99 Euro im Monat, Printabonnenten zahlen 6,99 Euro.

Wir machen Ihnen einen Vorschlag: Geben Sie uns eine Chance und testen Sie unser Plus-Angebot. Wir versprechen Ihnen im Gegenzug, Sie auch zukünftig umfassend über alle wichtigen Ereignisse und Entwicklungen in unserer Region zu informieren - sachlich, hintergründig und mit geprüften Fakten.