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Notrufe im Hagener Dauerregen: Vor einer Woche kam das Wasser

Notrufe im Hagener Dauerregen : Vor einer Woche kam das Wasser

Mit Hunderten verzweifelten Anrufen bei der Polizei in Hagen hat vor einer Woche, am 14. Juli, die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz begonnen. Ein Rückblick.

Mit Hunderten verzweifelten Anrufen bei der Polizei in Hagen hat vor einer Woche, am 14. Juli, die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz begonnen. Die Polizei der Stadt zwischen Ruhrgebiet und Sauerland berichtete in der Nacht zum Mittwoch von überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Von Hängen wurden Schlammmassen auf Straßen gespült, viele Ortsteile waren daher nicht mehr befahrbar – auch nicht von Einsatzfahrzeugen der Polizei und Feuerwehr.

„Die Leute sind verzweifelt“, sagte ein Polizeisprecher. Am Mittwochmorgen der vorigen Woche befreite die Feuerwehr einen Autofahrer aus einer überschwemmten Unterführung. In Laufe der nächsten Stunden folgten weitere Meldungen aus anderen Landesteilen wie Erkrath und Düsseldorf. In immer mehr Orten waren in kurzer Zeit mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet namens „Bernd“ über Westeuropa hatte für die heftigen Regenfälle gesorgt.

Am Mittwochabend des 14. Juli meldete das Landesumweltamt das Überschreiten von zahlreichen Hochwasser-Warnwerten an Flüssen in Nordrhein-Westfalen. Auch die Eifel bereite mit steigenden Pegelständen nach „lang anhaltendem Bindfadenregen“ Sorgen, teilte die Behörde mit. Am späten Mittwochabend berichtete die Polizei des Märkischen Kreises von einem ersten Toten: Bei Rettungsarbeiten in Altena im Sauerland war ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen.

Am Donnerstag, 15. Juli, wurde das Ausmaß der Katastrophe dann auch im Rheinland und in Rheinland-Pfalz deutlich. In mehreren Orten wurden in überfluteten Kellern Leichen entdeckt. Der Kreis Euskirchen berichtete von acht Toten. Allein in Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Opfer an den folgenden Tagen auf deutlich über 40, in Rheinland-Pfalz sogar auf fast 120.

Eine Woche nach den ersten Notrufen sind im westfälischen Hagen noch immer zahlreiche unterspülte oder zerstörte Straßen gesperrt. Einige Brücken sind eingestürzt oder einsturzgefährdet.

(dpa)