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Mehr medizinische Corona-Expertise: Virtuelles Krankenhaus startet in Aachen

Mehr medizinische Corona-Expertise : Virtuelles Krankenhaus startet in Aachen

Start in die zweite Woche mit dem Kontakt-Verbot: Bald soll sich zeigen, was die Corona-Maßnahmen bewirken. Zunächst startet das „Virtuelle Krankenhaus“, das Kliniken landesweit Corona-Expertise zur Verfügung stellen soll.

Nordrhein-Westfalen geht am Montag in die zweite Woche der Corona-Kontaktverbote und erwartet bald Klarheit darüber, was die Maßnahmen bringen. Unterdessen wird weiter an der Optimierung der medizinischen Versorgung schwer kranker Infizierter gearbeitet: Am Montag um 12 Uhr gibt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Aachen das Startzeichen für das „Virtuelle Krankenhaus“. Bei der Behandlung von Corona-Patienten soll kleineren Krankenhäusern landesweit die Expertise der Unikliniken Aachen und Münster zur Verfügung stehen.

Laschet (CDU) geht davon aus, dass sich jetzt recht bald zeigen wird, was der Einschnitt ins öffentliche Leben bewirkt. Die Inkubationszeiten lägen bei sieben bis zehn Tagen, sagte der NRW-Ministerpräsident am Wochenende im einem „ZDF spezial“.

„Wir werden also in wenigen Tagen merken, was haben die Schulschließungen gebracht, was haben die Restaurantschließungen gebracht und was hat dann das totale Kontaktverbot, was jetzt seit wenigen Tagen erst gilt, wirklich bewirkt.“ Erst dann könne man beurteilen, ob die Maßnahmen wirkten. Nach Ostern solle das untersucht werden und bis dahin müsse sich jeder an die Regeln halten.

Die landesweit rund 200 Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung sollen von Montag an durch den Einsatz der Tele-Intensivmedizin von der Expertise der Unikliniken bei der Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus profitieren. Insgesamt 30 zusätzliche Ärzte sollen für die Krankenhäuser Tag und Nacht erreichbar sein.

Bei schweren Krankheitsverläufen soll das Behandlungsniveau in jedem Krankenhaus im Land mit dem eines Maximalversorgers gleich sein, hatte das NRW-Gesundheitsministerium den Schritt begründet. Durch den Rückgriff auf das Wissen in den Unikliniken Aachen und Münster könne die Zahl der Intensivbetten mit angemessener medizinischer Expertise gesteigert werden.

Das Aachener Klinikum arbeitet nach eigenen Angaben seit acht Jahren in der Intensivmedizin mit der Telemedizin – hat auch Münster mit ins Boot geholt. Beide Häuser sind den Angaben nach bisher mit 17 Häusern vernetzt. In einem Projekt mit 10.000 Patienten hätten sie den Nachweis erbracht, dass dadurch die Behandlungsqualität im Intensivbereich signifikant verbessert wurde.

(dpa)