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Viele Tafeln sind in NRW wieder geöffnet

Landesverband sieht Bedarf : Tafeln in NRW wieder geöffnet

Zu Beginn der Corona-Krise mussten viele Tafeln schließen. Gründe dafür waren Probleme mit dem Abstandsgebot und das hohe Alter der ehrenamtlichen Helfer. Nun öffnen die meisten Tafeln in NRW wieder.

Wochenlang waren zahlreiche Tafeln in Nordrhein-Westfalen wegen der Corona-Krise geschlossen. Für Menschen, die auf die Lebensmittelausgabe angewiesen sind, bedeutete das eine besonders schwierige Zeit. Nun sind rund 120 der insgesamt 174 Tafeln in NRW wieder geöffnet und das mit ganz unterschiedlichen Modellen. Das bestätigt der Landesvorsitzende Wolfgang Weilerswist: „Einige geben die Lebensmittel aus den Fenstern aus, andere liefern sie zu den Kunden.“

Weilerswist hat auch den Eindruck, dass der Bedarf gestiegen sei: „Es kommen nun auch viele junge Menschen, die in Bäckereien oder anderen Nebenjobs gearbeitet haben, um aufzustocken. Die sind von heute auf morgen raus und fallen durchs Raster.“ Er schätzt, dass der Bedarf in NRW um mindestens zehn Prozent gestiegen ist.

Im Land gibt es insgesamt rund 170 Tafeln. Viele - darunter in Städten wie Bonn, Düsseldorf, Bielefeld und Hamm - hatten zu Beginn der Corona-Krise schließen müssen, da sie die neuen Maßnahmen zur Hygiene und zum Abstandsgebot nicht einhalten konnten. „Bei uns kommen normalerweise immer ganze Familien“, so Weilerswist. „Da geht es nicht nur darum die Lebensmittel abzuholen, sondern auch um soziale Teilhabe.“

Draußen stünden Bänke und Tische und die Kunden säßen sonst zusammen, um sich auszutauschen. Das gehe jetzt natürlich nicht mehr. „Das war mit ein Grund, warum wir schließen mussten. Jetzt soll nur noch ein Erwachsener pro Ausgabe kommen“, sagt der Landesvorsitzende. Ein weiterer Grund für die Schließungen sei das hohe Alter der ehrenamtlichen Helfer gewesen. Mehr als die Hälfte davon gehöre zur Risikogruppe. „Es haben sich aber inzwischen ganz viele junge Leute gemeldet, die helfen wollen“, so Weilerswist.

Die vergangenen Wochen seien auch genutzt worden, um die Örtlichkeiten und den Ablauf umzugestalten. „In vielen Tafeln gibt es nun einen großen Spuckschutz an der Essensausgabe“, sagt Weilerswist. Im Laufe der Zeit sollen immer mehr Tafeln in NRW wieder öffnen können. Die Tafeln versorgen nach Angaben des Dachverbandes bundesweit regelmäßig rund 1,5 Millionen Bedürftige mit überschüssigen Lebensmitteln. Rund 60 000 Ehrenamtliche arbeiten bei den Tafeln mit.

(dpa)