Region: Videoüberwachung in NRW-Städten: Kriminalität geht zurück

Region : Videoüberwachung in NRW-Städten: Kriminalität geht zurück

Nach Einschätzung der Polizei in Nordrhein-Westfalen hat die Kriminalität durch die Videoüberwachung öffentlicher Plätze deutlich abgenommen. Aachen wendet die Technik seit Februar dieses Jahres am Bushof an. Auch dort seien die Delikte zurückgegangen.

In sieben Kommunen des Landes läuft die sogenannte Videobeobachtung. Beteiligt sind neben Aachen noch Düsseldorf, Mönchengladbach, Köln, Duisburg, Essen und Dortmund. Die Laufzeit ist unterschiedlich. Mönchengladbach startete als eine der ersten Städte im Jahr 2004.

Aachen startete als siebte Stadt. Auch hier seien die Delikte im Bereich Raub, Taschendiebstahl oder Drogenkriminalität deutlich zurückgegangen, sagte ein Sprecher der Aachener Polizei. Detaillierte Zahlen sollen im Februar vorgestellt werden, wenn das erste Jahr herum ist.

In Köln waren im Sommer an der Domplatte Videokameras installiert worden. Seit Dezember stehen auch die Ringe unter Beobachtung: 19 neue Kameras sollen dabei helfen, Straftaten schneller aufzuklären oder sogar zu verhindern. Für eine Bilanz sei es aber noch zu früh, hieß es bei der Polizei.

Seit Januar 2017 ist auch in Essen eine Anlage im Einsatz, am Rheinischen Platz, einem stadtbekannten Drogenumschlagplatz. Das bisherige Fazit der Polizei: Durch die Videobeobachtung habe ein Festsetzen der Szene an diesem Ort verhindert werden können. Einige Festnahmen seien erfolgt.

Ein Jahr nach der Einführung einer Anlage mit fünf Kameras in Dortmund ist dort die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen um 43 Prozent von 21 auf 9 Fälle im Vergleich zu 2016 zurückgegangen, teilte die Polizei Dortmund am Freitag mit. Polizeipräsident Gregor Lange kündigte eine Verlängerung des Projekts für 2018 an. Er will die Ausweitung der Videobeobachtung auf andere Bereiche prüfen lassen. Derzeit läuft die Anlage nur in der innerstädtischen Brückstraße und Umgebung. Dort gibt es eine Disco und viele Imbisse, die bis tief in die Nacht geöffnet haben.

Während die schweren Delikte in der Brückstraße seit Dezember 2016 zwar zurückgingen, stiegen gleichzeitig die Zahlen im Bereich der einfachen Körperverletzung. Das erklärt sich die Dortmunder Polizei mit der verstärkten Präsenz der Beamten. „Dadurch, dass die Kollegen vor Ort sind, bekommen sie mehr mit. Zudem hat sich das Anzeigeverhalten geändert”, erklärte ein Sprecher. Nachts auf der Partymeile sei eine Anzeige schnell gemacht.

Einen sogenannten Verdrängungseffekt der Straftaten in andere unbeobachtete Straßen gab nach Angaben der Dortmunder Polizei nicht. Genau dies befürchten die Essener Beamten: „Die Kriminalität verlagert sich möglicherweise oder verschiebt sich”, sagte eine Polizeisprecherin. Derzeit gebe es dafür aber keine Anzeichen.

Die Videobeobachtung in den Kommunen war ein Baustein im 15-Punkte-Plan der alten rot-grünen Landesregierung zur Verbesserung der Sicherheit. Die schwarz-gelbe Nachfolgeregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) beschloss im Frühsommer, mehr Polizisten einzustellen und die Videoüberwachung auszuweiten.

(dpa)
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