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„Verschickungskinder“: NRW-SPD fordert mehr Unterstützung

Schlafentzug, Schläge, Isolierung : SPD fordert mehr Unterstützung vom Land für „Verschickungskinder“

Die SPD-Landtagsfraktion hat eine größere Unterstützung des Landes für die sogenannten Verschickungskinder gefordert.

Wie die „Rheinische Post“ (Mittwoch) berichtet, verlangen die Sozialdemokraten einen runden Tisch mit den beteiligten staatlichen Stellen und Vertretern der Opfer, um „Möglichkeiten der Aufklärung und Unterstützung zu besprechen“.

Als „Verschickungskinder“ wurden Jungen und Mädchen bekannt, die nach 1945 bis in die 1980er Jahre hinein von ihren Eltern in guter Absicht in Kinderkuren geschickt wurden, vor allem an die Nordsee, in den Harz und in den Schwarzwald. Die einstigen jungen Kur-Gäste berichteten später etwa von Schlafentzug, Schlägen, Isolierung, Zwangsmahlzeiten und Anstaltskleidung.

In mehreren Bundesländern haben sich die Betroffenen inzwischen organisiert. Die Vernetzung der „Verschickungskinder“ müsse finanziell unterstützt werden und es müsse therapeutische Hilfsangebote für sie geben, so die SPD.

In dem entsprechenden Antrag, der der „Rheinischen Post“ vorliegt, heißt es: „Am System der Verschickung waren staatliche Stellen, Jugend- und Gesundheitsämter, Sozialversicherungsträger, gemeinnützige und private Träger beteiligt.

Dem Verhalten der Aufsichtspersonen und des medizinischen und pädagogischen Personals liegen teils durch nationalsozialistische Erziehungsmethoden und Ideale geprägte, schon damals unzeitgemäße Sicht- und Handlungsweisen in Bezug auf Kinder zugrunde, teils Überforderung durch Unterbesetzung und mangelnde Qualifikation bei Gewinnorientierung der Einrichtungen.“

(dpa)