Köln: Verlag wehrt sich gegen Boykott-Aufruf von Lukas Podolski

Köln: Verlag wehrt sich gegen Boykott-Aufruf von Lukas Podolski

Der Kölner Emons-Verlag wehrt sich gegen einen Boykott-Aufruf von Fußballnationalstürmer Lukas Podolski. Der Spieler des 1. FC Köln hatte auf seiner Internetseite seine Fans aufgefordert, die Emons-Neuerscheinung „Poldi und Köln - Eine Stadt und ihr Stürmer” nicht zu kaufen, da diese Veröffentlichung nicht mit ihm abgestimmt sei.

„Ich kann nicht verstehen, was Podolski will”, sagte Verleger Hajo Emons am Dienstag. Bei der Neuerscheinung handele es sich um ein typisches Fanbuch, das auf sämtliche kritische Töne zu dem Fußballspieler verzichte. Vielmehr werde Podolski in eine Reihe mit Kölner Sportlegenden wie Wolfgang Overath und Pierre Littbarski gestellt.

Die Idee zu dem Buch entstand, als Podolskis Rückkehr zum 1. FC Köln festgestanden habe. In einer frühen Phase hätten die Autoren versucht, über das Management Kontakt zu dem Fußballer aufzunehmen. Ihre Anfragen seien aber unbeantwortet geblieben. „Da haben wir entschieden, wir machen es halt ohne ihn”, sagte Emons weiter. Grundsätzlich sei er ja bereit gewesen, den Fußballer an den Einnahmen zu beteiligen, wenn es denn zu Gesprächen gekommen wäre: „Das, was wir an dem Buch verdienen werden, entspricht vielleicht ungefähr dem Betrag, den ein Podolski als Gage für eine Autogrammstunde erhält.”

Podolski hält dem Verlag und den Autoren Martin Klein und Jens-Martin Mickler vor, ohne seine Zustimmung mit seinem Namen und seiner Popularität Geld verdienen zu wollen. Auf den Inhalt des Buches habe er keinerlei Einfluss gehabt: „So schreiben die Autoren zum Beispiel, wie mein Verhältnis zu meinem Geburtsland Polen sein soll. Ich frage mich, wie diese Leute das überhaupt beurteilen können, ohne vorher ein Wort mit mir gesprochen zu haben.”

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