Tongeren: Vater wollte sich und Kinder ertränken: Haft

Tongeren: Vater wollte sich und Kinder ertränken: Haft

Anderthalb Jahre nach einem Familiendrama im belgischen Tongeren ist ein 39-jähriger Mann wegen versuchten Kindermordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte versucht, sich und seine beiden Kinder im Albertkanal zu ertränken.

Der Postbote aus Vreren bei Tongeren, etwa 50 Kilometer westlich von Aachen, war im April 2010 mit seinem Auto in den Albertkanal gefahren. Sein damals elfjähriger Sohn und seine siebenjährige Tochter waren dabei an Bord. Dem Jungen gelang es, die Scheiben herunterzukurbeln und seine Schwester und den Vater zu retten.

Wie die belgische Zeitung Het Belang van Limburg berichtet, hatte der Mann ausgesagt, nach der Scheidung von seiner Frau keinen Ausweg mehr gesehen zu haben. Er war nach der Tat festgenommen worden und hatte sieben Monate in Untersuchungshaft verbracht. Erst im November 2010 kam er unter strengen Auflagen frei. Die Kinder durfte er seit der Tat nicht mehr sehen.

Dem Antrag der Verteidigung, die Strafe zur Bewährung auszusetzen, gab der Richter des Strafgerichts Tongeren nicht statt. Der Mann habe feige und egoistisch gehandelt, indem er seine Kinder in seine Tat einbezogen habe. Neben der Haftstrafe wurde ihm auferlegt, seiner Ex-Frau und seinen Kindern jeweils 2500 Euro zu zahlen.


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