Mönchengladbach: Vater erstickt Säugling, um Gewalt zu vertuschen

Mönchengladbach : Vater erstickt Säugling, um Gewalt zu vertuschen

Der kleine Ben war dem Vater schutzlos ausgeliefert: Über Wochen soll der 94-Kilo-Mann den Säugling gequält und dann ermordet haben. Laut Staatsanwaltschaft sei die Mutter teilweise sogar bei den schweren Übergriffen dabei gewesen — ohne ihr Kind zu beschützen.

Sie habe den Tod des kleinen Ben billigend in Kauf genommen, stellte Staatsanwalt Benjamin Kluck am Donnerstag bei der Anklageverlesung im Landgericht Mönchengladbach fest.

Die 30 Jahre alten deutschen Eltern saßen auf der langen Anklagebank so weit wie nur möglich, meterweit auseinander. Der Vater wischte sich ein paar Tränen weg. Der Gesichtsausdruck der Mutter schien gequält. Die Eltern wollen sich in dem Verfahren zu den Vorwürfen äußern, kündigten die Anwälte an.

Die Anklage wirkte wie eine Auflistung von Grausamkeiten gegen das damals 3900 Gramm leichte Kind. Grausamkeiten, die nach dem ersten Routine-Besuch nach der Entbindung beim Kinderarzt begonnen haben sollen: Auf dem Arm haltend habe der Vater dem Jungen so heftig mit der Hand auf den Rücken gedrückt, dass sich das Kind erbrach. Er habe das Kind fallen lassen, dass es mit dem Kopf auf den Wickeltisch und dann auf den Fußboden aufschlug. Täglich soll sich der Mann mit seinem ganzen Gewicht auf Bauch- und Brustbereich des Kindes abgestützt haben, bis das Kind nicht mehr atmen konnte und eine grüne Flüssigkeit erbrach.

Um die schweren Misshandlungen zu vertuschen, habe er den Jungen in der Nacht zum 1. Februar 2018 ermordet, stellte Staatsanwalt Benjamin Kluck fest: Dazu habe er das Kind in eine auf der Couch liegende Decke gedrückt, bis das Kind aufgehört habe zu atmen. Der Junge starb den Angaben nach an einer Kombination aus erheblichem Blutverlust in der Bauchhöhle und dem Ersticken. Daneben seien bei dem Kind unter anderem 13 Rippenbrüche, Einblutungen an der Leber und Risse am Darm festgestellt worden.

Der Vater ist des Mordes und der Misshandlungen von Schutzbefohlenen angeklagt. Die Mutter steht wegen Totschlags durch Unterlassen in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen vor Gericht. Der Vater habe sich in seiner täglichen Routine gestört gefühlt, hatte die Polizei nach der Vernehmung des Mannes berichtet: Unter anderem habe er nicht mehr bis mittags im Bett liegen können.

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