Berlin: US-Zölle: Laschet sieht bei möglicher „Stahlschwemme” Jobs in Gefahr

Berlin : US-Zölle: Laschet sieht bei möglicher „Stahlschwemme” Jobs in Gefahr

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht bei einer möglichen „Stahlschwemme” in Europa als Folge von US-Strafzöllen Jobs in Deutschland in Gefahr. Laschet sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, zwar hätten US-Strafzölle auf Stahlprodukte keine unmittelbare Auswirkung auf deutsche Werke.

„Aber wenn es eine Stahlschwemme auf den europäischen Märkten gibt, weil die Amerikaner die Schotten dicht machen, dann kann das auch zum Problem für Arbeitsplätze bei uns werden”, sagte der NRW-Regierungschef.

Nordrhein-Westfalen ist Sitz des größten deutschen Stahlkonzerns Thyssenkrupp. Fast jeder zweite der rund 85.000 deutschen Stahlkocher ist in dem Bundesland beschäftigt.

US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche Zölle von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium zum Schutz der heimischen Industrie verhängt. Befürchtet wird, dass Stahlprodukte aus anderen großen Herstellerländern wie Brasilien oder China nun zunehmend auf den europäischen Markt ausweichen. Das könnte eine sogenannte Stahlschwemme mit sinkenden Preisen auslösen.

Laschet schlug vor, die Europäer sollten versuchen, mit den Amerikanern eine Lösung am Verhandlungstisch zu erreichen - um Strafzölle doch noch zu verhindern. „Man muss jetzt sehr sorgfältig abwägen: Eskaliert man den Konflikt, oder findet man Lösungen im Interesse Europas?” Ein „Handelskrieg” müsse vermieden werden.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte angesichts der angekündigten US-Zölle mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Kommission prüft etwa Importabgaben auf US-Waren wie Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter.

(dpa)
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