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Gefälschte SPD-Plakate: Urheber noch nicht gefunden

Gefälschte SPD-Plakate : Urheber noch nicht gefunden

Die Suche nach den Urhebern der gefälschten SPD-Plakate dauert an. Die Ermittlungen der örtlichen Polizeien laufen in Nordrhein-Westfalen jetzt bei der Polizei Dortmund zusammen, wie eine Sprecherin am Freitag sagte.

In Dortmund waren am Donnerstag nach ihren Angaben 17 gefälschte Plakate entdeckt worden. In Essen wurden am Freitag noch drei weitere Plakate gemeldet. Es sei aber unklar, wann sie aufgehängt wurden, sagte ein Sprecher. Am Donnerstag waren dort laut NRW-SPD acht Plakate aufgefallen.

Die Plakate mit großem SPD-Logo waren am Donnerstag entdeckt worden. Sie hingen in sogenannten City Light Poster-Vitrinen in mehreren Städten, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Unbekannte hatten die Kästen geöffnet und sie dort hineingehängt. Auch in Berlin und Frankfurt am Main wurden Fake-Poster entdeckt. Nach Angaben der NRW-SPD sind bislang fünf Motive bekannt. Bei den meisten von ihnen geht es um das Thema Flüchtlinge.

So ist auf einem Plakat ein Foto eines vollen Flüchtlingsbootes zu sehen. Dazu sind die Textzeilen „Bleib' zuhause!“, „Meide soziale Kontakte!“ und „Halte Abstand!“ gestellt. Auf einem anderen ist zu lesen: „Großveranstaltungen in Deutschland: Abgesagt!“ „Massenlager in Moria: Jeden Tag!“ Dahinter ist ein Foto abgebildet, das offenbar ein Flüchtlingslager zeigen soll.

„Es handelt sich bei den Plakaten um Fake-Plakate, die nicht von der SPD stammen und rechtswidrig in die Schaukästen in verschiedenen Städten angebracht wurden“, sagte eine Sprecherin des SPD-Parteivorstandes in Berlin. „Wir wissen derzeit noch nicht, wer dafür verantwortlich ist.“ Man werde die Vorfälle zur Anzeige bringen. Es sei weiterhin unbekannt, wer dafür verantwortlich ist, sagte die Sprecherin der NRW-SPD, Yvonne Reißig. Die Partei hat Anzeige erstattet. Der Staatsschutz ermittelt.

Die Plakate mit großem SPD-Logo wurden erstmals Donnerstag entdeckt. Sie hingen in sogenannten City Light Poster-Vitrinen und haben mindestens fünf unterschiedliche Motive. Die Ermittlungen liefen, der Staatsschutz sei eingeschaltet, sagte ein Sprecher der Polizei Essen. Ermittelt werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Auch in Dortmund ist die Staatsschutzabteilung der Polizei mit den Plakaten befasst.

Die Generalsekretärin der nordrhein-westfälischen SPD, Nadja Lüders, sprach von einer „abstrusen Fake-Kampagne“. Auffällig sei die Professionalität, mit der Plakate angefertigt seien. Nach Angaben der NRW-SPD sind die Plakate bislang in Dortmund, Bochum, Köln, Essen, Düsseldorf und Frankfurt am Main aufgetaucht. Sie hätten sich in Kästen unterschiedlicher Außenwerbe-Anbieter befunden.

Die Sprecherin der Firma Wall, Frauke Bank, ging davon aus, dass die Urheber die Plakate in der Nacht auf Donnerstag oder am Morgen aufgehängt haben. Die Vitrinen seien dabei nicht beschädigt worden. Nach ihren Angaben gab es in den vergangenen Jahren bereits einige Male solche Fälle von sogenanntem Adbusting, bei dem an 15 bis 20 Standorten fremde Plakate aufgehängt wurden. Urheber seien verschiedene Gruppierungen unterschiedlicher politischer Ausrichtung gewesen.

(dpa)