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Reaktionen auf Corona-Beschlüsse: Unverständnis, Sorgen, Hoffnung und Appelle

Reaktionen auf Corona-Beschlüsse

Unverständnis, Sorgen, Hoffnung und Appelle

Ab Montag müssen die Gasträume von Restaurants geschlossen bleiben. Speisen dürfen nur noch abgeholt oder geliefert werden. FOTO: dpa / Boris Roessler

Aachen/Düren/Heinsberg Ein „Monat der Entscheidung“ soll der November im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus werden. Deshalb gelten ab Montag wieder strenge Regeln im öffentlichen Leben. Was sagen Akteure aus Kultur, Sport und Gastronomie zu den Einschränkungen? Wir haben uns in der Region umgehört.

Für die Gastronomie ist der Lockdown über den kompletten Monat November„ein großer Schlag ins Kontor“, sagt Wolfgang Wahl, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga im Kreis Heinsberg. „Das tut sicherlich weh. Das ist bitter“, sagt er. Bei aller Enttäuschung über die Entwicklung und die damit verbundenen Einschränkungen bewertet Wahl es positiv, dass der Staat den betroffenen Betrieben mit finanziellen Hilfen zur Seite stehen will. Er fordert jedoch auch, dass die Bedingungen für die Hilfen besser durchdacht sein sollten als im Frühjahr. Da habe es teils hohe Hürden gegeben, um überhaupt Unterstützung zu bekommen.

Wenn Hotels, Restaurants, Gaststätten, Bars und Diskotheken nun für einen ganzen Monat geschlossen bleiben, führe das auch dazu, dass Bindungen zwischen Gast und Publikum aufweichen.

„Man verliert den Kontakt zu den Gästen. Da haben wir Bindungen aufgebaut, die jetzt zusammenbrechen. Deshalb muss man auch die Folgewirkungen bedenken“, sagt Wahl, der hofft, dass das die Zahlen durch den neuerlichen Lockdown auch wirklich so stark sinken, dass man im Dezember wieder guten Gewinns öffnen kann. Die Hoffnung auf ein Weihnachtsgeschäft ist jedenfalls noch da.

Einige Gastronomen trifft die Schließung besonders hart, denn viele hätten bereits investiert, um coronakonform bewirten zu können. „Das Gros achtet auf alle Vorgaben“, sagt er und manche gehen sogar noch weiter: Viele Betreiber hätten auch mehrere Tausend Euro in Filtertechnik und Hygienemittel investiert. Diese Investition hätten sie sich angesichts des Lockdowns möglicherweise sparen oder sie zumindest verschieben können.

Die Schließungen tun der Branche sehr weh, sagt Wolfgang Wahl, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga im Kreis Heinsberg. FOTO: ssv / günther von fricken

Weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgegangen ist auch die Burgstubenresidenz in Heinsberg-Randerath. Dort sollen Aerosol-Filter für Sicherheit vor Ansteckungen mit Virus sorgen. Deshalb hält Ronny Schreiber, Geschäftsführer und Sommelier des Sternrestaurants, den Gastro-Lockdown für „nicht nachvollziehbar“.

Weil Restaurants, die alle Hygienevorgaben erfüllen und sogar noch darüber hinausgehen, geschlossen werden, treibe die Politik die Leute dazu, sich privat zu treffen – völlig ohne Schutz und Aufsicht. Schreiber fordert, dass die Politik das „Problem an der Wurzel packen sollte, wo die Infektionen stattfinden“. Und das seien eben genau die Privatpartys. „Wir halten die Maßnahmen für falsch“, sagt er und fordert Ausnahmeregelungen für Betriebe, die nachweisen können, dass Infektionen bei ihnen kaum möglich sind.

Insgesamt ist der Lockdown für die Burgstubenresidenz ein „harter Schlag“, sagt Schreiber: „Wir hatten gerade versucht, uns wieder aufrecht hinzustellen. In dieser Phase den nächsten Nackenschlag zu bekommen, tut sehr weh.“ Das Team des Restaurants werde kämpfen, neue Wege suchen und optimistisch bleiben. Man beginne bereits wieder damit, die Gourmetgerichte außer Haus zu verkaufen.

Für den Stadtsportverband Herzogenrath stellt dessen Vorsitzender Manfred Borgs unter anderem fest: „Ich bin sehr betrübt über das Ergebnis der Bund-Länder-Beratung, denn neben den nun fehlenden gesundheitlichen Betätigungsmöglichkeiten bedeutet ,kein Sport’ auch ,keine Sozialkontakte’. Ich sehe aber das Erfordernis für das massive Eingreifen in den Freizeit- und Breitensport sehr wohl und möchte nicht mit den Entscheidern tauschen. Denn eine von allen akzeptierte Lösung wird und kann es nicht geben“, sagt Borgs.

Hätte sich eine Differenzierung bei den Sportangeboten gewünscht: Manfred Borgs, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Herzogenrath. FOTO: Wolfgang Sevenich

Er hätte sich allerdings eine differenziertere Betrachtung zwischen Außensport und Hallensport gewünscht. „Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, sicheren Sport draußen durchzuführen gegenüber dem Sport in teils infrastrukturell überforderten Hallen.

Der Schlüssel zur Streckung der allgemeinen Situation liegt in der Reduzierung der Kontakte. Umso kritischer sehe ich, dass noch vor vier Wochen die 30-Personen-Grenze im Kontaktsport aufgehoben wurde und diese Aufhebung heute am Tag noch gilt, also heute noch unbegrenzt Kontaktsport betrieben werden darf …“

Gerd Schnitzler hat Verständnis für die massiven Einschränkungen: „Die Gesundheit geht vor“, steht für Vorsitzenden des Stadtsportverbands Stolberg fest. Natürlich gebe es Gruppen, die mit genügend Abstand und ohne Körperkontakt ihren Sport betreiben. „Aber es ist in dieser Zeit nicht angebracht und kann von den zuständigen Behörden auch nicht geleistet werden, Ausnahmen zu prüfen und zu genehmigen.“

Sorge macht sich Schnitzler um die Kinder und Jugendlichen: „Dass sie sich nicht entsprechend ihrer Bedürfnisse bewegen und austoben können“, finde ich sehr schwierig. Dass Vereine in ihren Strukturen Schaden erleiden könnten, erwartet der Verbandsvorsitzende nicht: „Im Frühjahr war die Situation zunächst kritisch. Aber wir wissen inzwischen, dass die meisten Mitglieder Verständnis zeigen und Geduld haben. Deshalb werden sie ihrem Verein auch treu bleiben.“

Mit Verständnis, aber auch klaren Appellen reagiert Daniele Schwarz (48), der mit seiner Frau Johanna seit über 14 Jahren eine Kneipe in Herzogenrath betreibt: „Ich plädiere dafür, dass sich jetzt alle Bürger an die Vorschriften halten. Besonders junge Leute sollten sich nicht mehr privat treffen und für vier Wochen einfach mal auf die Zähne beißen. Natürlich auch Großfamilien sollten, nein müssen sich ab sofort strikt daran halten“, sagt der Gastronom.

Er appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen: „Ich kann nur eines sagen: Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir die Pandemie besiegen und im Dezember mit unserer Familie im kleinen Rahmen Weihnachten feiern. Wenn wir Bürger uns alle daran halten, dann haben auch wir Gastronomen die Chance, wieder unter Auflagen zu öffnen. Mein Appell: Geht nicht auf die Straße, um zu demonstrieren, sondern bleibt zu Hause und haltet euch an die Regeln!“

Auch wenn er selbst betroffen ist, zeigt Schwarz Verständnis für die politischen Entscheidungen. „Wir Gastronomen wissen, dass wir es nicht schuld sind und die Ansteckungsrate in Gaststätten relativ gering ist. Aber wo soll die Politik anfangen? Bei der Bildung? Bei großen Wirtschaftsunternehmen? Es war klar, dass sie bei der Freizeit anfangen. Wir können nur hoffen, dass wir gerecht entschädigt werden“, sagt der Herzogenrather.

Kulturmanager Max Krieger macht sich Sorgen um die Veranstaltungsbranche – nicht nur in Eschweiler und Stolberg. Sie habe oft keine Lobby und werde eher als eine Art Stiefkind wahrgenommen. „Oft ist es so, dass sie eher als Belustigung angesehen wird“, ist Krieger sicher. Dabei sei vielen kaum bewusst, wie viele Menschen in dieser Industrie arbeiten.

Macht sich Sorgen um die Veranstaltungsbranche: Kulturmanager Max Krieger. FOTO: MHA / Sonja Essers

Die Künstler selbst seien meist nur die Spitze einer Pyramide. Können sie nicht auftreten, betreffe das auch die Bereiche Licht- und Tontechnik, den Bühnenbau, die Gastronomie und Security—Firmen – um nur einige Beispiele zu nennen. „Es sind vor allem die Menschen, die unter den jetzigen Umständen zu leiden haben.“ Auch wenn Krieger Verständnis dafür hat, dass die Veranstaltungsbranche in den kommenden Wochen wieder zum Erliegen kommen muss, fordert er mehr Unterstützung von der Bundesregierung. „Wenn der Staat nicht ähnlich einspringt wie bei großen Unternehmen, dann wird sich die Veranstaltungsbranche stark verändern“, fürchtet er.

"Für uns ändert sich nicht viel", erklärte Günter Meyer, geschäftsführender Gesellschafter von Meyer-Konzerte aus Würselen, mit Blick auf die am Mittwoch in Berlin beschlossenen Maßnahmen. Das Unternehmen veranstaltet seit Jahrzehnten Konzerte nicht nur in der Region, sondern in ganz NRW und darüber hinaus. „Wir sind seit März quasi im Lockdown.“ Zuletzt habe man Veranstaltungen schon nur mit 100 Personen planen können. Ob man vor 100 Menschen spiele oder überhaupt nicht spiele, mache kaum einen Unterschied. Zumindest wirtschaftlich hätten die Veranstaltungen, die im November stattfinden sollten und nun ausfallen müssen, kaum eine Relevanz.

Eine Einschätzung bezüglich des Nutzens der gerade beschlossenen Maßnahmen könne er sich nicht erlauben. „Ich bin kein Virologe, kein Mediziner, aber ich habe schon Vertrauen in die Köpfe, die das beurteilen und entscheiden. Ich denke, dass Maßnahmen erforderlich sind.“

Große Probleme mache die fortlaufende Krise und die damit verbundenen Maßnahmen, verbindlich vorauszuplanen. „Was uns fehlt, ist ein zeitlicher Planungshorizont, in dem wir uns bewegen können.“ Im März habe man angefangen, Veranstaltungen erst einmal in den Mai zu verschieben. Dann wurden Veranstaltungen in den Herbst verschoben. „Inzwischen beschränken wir uns darauf, Veranstaltungen um ein Jahr zu verschieben. Mir ist es lieber, jetzt klare Verhältnisse zu schaffen und wenn die Situation überstanden ist, frohen Mutes weiterzumachen. Aber diese Hängepartie ist absolut zermürbend – für jeden, der daran beteiligt ist.“ Wenn sich die Situation in absehbarer Zeit aber nicht auflöse, müsse er sich schon die Frage stellen, ob es noch sinnvoll ist eine Veranstaltungsagentur zu betreiben, die keine Veranstaltungen durchführen darf.

„Es trifft wieder mal die Falschen“: Das sagt Benjamin Riedel vom Dürener Kino „Das Lumen“. FOTO: MHA / Sandra Kinkel

„Es trifft wieder mal die Falschen“, steht für Benjamin Riedel vom Dürener Kino „Das Lumen“ fest. „Wir haben alles getan, um den Kinobesuch sicher zu machen“, verweist er auf das Hygiene- und Lüftungskonzept mit einer sogenannten Quelllüftung. Frische Luft wird unter den Sitzen eingeblasen, verbrauchte an der Decke abgesaugt. „Kinder und Jugendliche sitzen hier sicherer als im Klassenzimmer“, steht für ihn fest.

Nichtsdestotrotz bleiben auch die Kinosäle im November geschlossen, die noch verbliebenen 15 von in Spitzenzeiten mehr als 40 Mitarbeitern müssen wieder in Kurzarbeit. Dabei sind die Besucher gerade erst wieder ins Kino zurückgekehrt. „Der Oktober war der bislang stärkste Monat für uns seit der Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown im Mai“, berichtet Riedel. „Wir haben natürlich große Hoffnungen in die Wintermonate gelegt.“ Noch skeptisch ist Riedel hinsichtlich der von der Bundesregierung angekündigten Kompensation der Umsatzeinbußen auf der Basis der Vorjahresmonats. „Bis zu 75 Prozent klingt erst einmal gut, wir müssen aber abwarten, wie das umgesetzt wird.“

Ähnlich sieht das Willi Wolff, der Sprecher des Dürener Gastronomie-Stammtisches. „Wenn es so käme, wäre das natürlich eine faire Geschichte“, betont der Betreiber mehrerer Lokale“, auch wenn der eine oder andere Kollege damit trotzdem noch vor dem Aus stehen wird, weil einfach 25 Prozent fehlen.“ Aber auch er hat nach den Erfahrungen der bisherigen Hilfspakete „Angst vor bürokratischen Hürden“.

Auf der anderen Seite wäre bis zu 75 Prozent des Umsatzes im November 2019 deutlich mehr, als so mancher Gastronom in der Kasse haben dürfte, wenn die Restaurants geöffnet bleiben würden. „Seit Einführung der Sperrstunde Mitte Oktober ist der Umsatz massiv eingebrochen, weil viele Menschen total verunsichert sind.“ Wolff spricht von Einbußen in seinem Dürener Lokal von rund 50 Prozent, in Elsdorf sogar von 80 Prozent. Und er geht davon aus, dass die Dachverbände der Gastronomie gegen die Schließung der Restaurants juristisch vorgehen werden, sobald die neuen Coronaschutz-Verordnungen der Länder vorliegen.

Kritisiert die Schließung der Restaurants: Der scheidende Eschweiler Bürgermeister Rudi Bertram. FOTO: Irmgard Röhseler

Der scheidende Eschweiler Bürgermeister Rudi Bertram kritisiert im Gespräch mit unserer Zeitung die Schließung der Restaurants: „Wenn Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden, die Nachverfolgbarkeit der Gäste gewährleistet ist und die Leute nicht auf den Tischen tanzen, ist man in einem Restaurant keiner besonderen Gefahr ausgesetzt“, erklärt der SPD-Politiker. Bertram hat die Sorge, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung weiter sinken wird, wenn Beschränkungen nicht nachvollziehbar sind. Dass deren Wirkung umstritten sei, zeige der Diskurs ind er Wissenschaft. „Den will ich nicht unterbinden. Aber wie wirkt das auf die Menschen, wenn der eine Virologe die Maßnahmen für richtig hält und der andere erklärt, dass sie das Problem nicht lösen können.“

Bereits vor Merkels Konferenz mit den Ministerpräsidenten hat Marc Lersch, Gastronom und Vorsitzender des Eschweiler Wirtevereins, einen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verfasst. Die Gastronomen in NRW hätten in den vergangenen Monaten viel Zeit „uns unsere letzten Reserven investiert, um aus unseren Kneipen, Restaurants und Bars einen sicheren Ort in Zeiten der Pandemie zu schaffen“, schreibt Lersch. Er ist der Meinung, dass es wichtig sei, weiter mit den Gästen in Kontakt zu bleiben. Denn: „Wir alle brauchen Orte, an denen wir uns begegnen können und sind weiterhin für unsere Gäste da – auch, wenn dies in vielen Fällen wirtschaftlich kaum oder keinen Sinn macht“, so Lersch und fügt hinzu: „Wir sind leidenschaftliche Gastgeber und können nicht aus unserer Haut.“

Das sagt die Gewerkschaft der Gaststätten

„Mischung aus gesundheitlichen und existenziellen Ängsten“

Diana Hafke, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Aachen, findet es zwar im Grundsatz richtig, dass wieder mit strengeren Regeln auf die steigenden Infektionszahlen reagiert wird. Vor dem Hintergrund, dass die allermeisten Gastronomen in den vergangenen Monaten strenge Hygienekonzepte erarbeitet und umgesetzt haben, sei es jedoch „unverständlich, dass man nun die ganze Branche über einen Kamm schert“. Damit liegt Hafke auf einer Linie mit dem Landesverband der NGG. Deren Vorsitzender Mohamed Boudih kritisierte die erneute Schließung des Gastgewerbes am Donnerstag als „pauschal und falsch“. Es drohten „Gastro-Sterben und eine Entlassungswelle historischen Ausmaßes“.

Dass der Außer-Haus-Verkauf von Speisen erlaubt bleibe, helfe nur einem überschaubaren Teil der Branche und rette alleine niemanden, erklärt Hafke weiter. Mit Blick auf die Soforthilfen, die 75 Prozent des Vorjahresmonats betragen sollen, sei entscheidend, wie schnell diese gewährt würden. „Die Verluste waren ja ohnehin schon enorm“, so Hafke.

Die Rückmeldungen der Beschäftigten in der Region Aachen kommen laut Diana Hafke „einer Mischung aus gesundheitlichen und existenziellen Ängsten“ gleich. Einerseits sei vielen nicht wohl dabei, trotz des gesundheitlichen Risikos durch die Pandemie arbeiten zu gehen. Andererseits seien viele Beschäftigte, „die sich ja sowieso keine goldene Nase verdienen“, sich im Klaren darüber, dass sie mit Kurzarbeitergeld nicht auskämen. Es werde auch vergessen, dass für viele das Trinkgeld, das nunmehr für mindestens einen Monat wegfällt, ein wichtiger Bestandteil des monatlichen Auskommens sei.

Doch derzeit stünden etliche Gastronomen mit dem „Rücken zur Wand“, ohne „Aussicht auf bessere Zeiten in diesem Winter“. Lersch ist sich sicher, dass dies weitreichende Konsequenzen mit sich ziehen werde. „Es wird viele von uns leider erwischen, die die Pandemie wirtschaftlich nicht überleben werden und den Weihnachtsbaum nicht mehr im eigenen Lokal aufstellen können. Wir verstehen die Politik an vielen Stellen nicht, die unseren Gästen suggeriert, dass die Gastronomie nur noch mit Sperrstunden, Schließungen und anderen restriktiven Maßnahmen zu lenken ist.“

Was für Lersch besonders unverständlich ist: „Wir, die ein Hygienekonzept entwickelt, Mitarbeiter geschult, Umbauten getätigt und große Verluste hingenommen haben, sollen nun also unsere Betriebe abends schließen, damit unsere Gäste nach der Sperrstunde zu privaten Feiern nach Hause wechseln?“ Die Gastronomie sei nicht der Wirt für das aktuelle Infektionsgeschehen. „Die Gastronomie ist laut RKI gerade einmal für 0,5 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich“, heißt es in dem Schreiben. Die Gastronomie sei vielmehr ein sicherer Ort des sozialen Lebens und garantiere dies auch trotz aller Restriktionen. „Bitte helfen Sie uns, lassen Sie uns nicht im Regen stehen“, fordert Lersch.

Wie es mit der Saison im Amateurfußball und damit auch in Kreisligen weitergehen soll, will der Beirat des Fußballverbands Mittelrhein am Freitag entscheiden. „Klar ist, dass im gesamten November weder Spiele noch Trainings stattfinden dürfen“, erklärte der Vorsitzende des Fußballkreises Düren, Manfred Schultze. „Dann müssten wir den Vereinen wieder zwei Wochen Vorlauf geben, um sich vorzubereiten zu können und könnten dann frühestens Mitte Dezember wieder starten.“ Auch wenn nun der ohnehin enge Spielplan noch einmal angepasst werden muss, hat Schultze Verständnis für die Entscheidung der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten. „Gerade im Jugendbereich sorgen sich doch viele Eltern und ihre Kinder und schicken sie deshalb schon seit Wochen nicht mehr zum Training“, weiß Schultze aus vielen Gesprächen.

(bea/bugi/ger/gro/ja/se/tp/tv)