Online-Petition : Unterschriften für Wiederaufnahme des Falls Böken werden übergeben

Online-Petition : Unterschriften für Wiederaufnahme des Falls Böken werden übergeben

Knapp 140.000 Unterschriften hat der Vater der 2008 ums Leben gekommenen „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken für eine Wiederaufnahme der eingestellten Ermittlungen gesammelt. Insgesamt 14 Aktenordner übergab Uwe Böken aus der Nähe von Aachen am Dienstag Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU).

„Wir haben nichts davon, dass jetzt irgendwelche Leute für irgendwelche Zeiträume ins Gefängnis gehen oder irgendwelche Köpfe rollen“, sagte er. Das bringe die Familie nicht weiter. „Aber ich will wissen, wie ist Jenny zu Tode gekommen. Nicht mehr und nicht weniger.“

Bereits im September hatte Böken einen Antrag gestellt, eine andere Staatsanwaltschaft als jene in Kiel mit der Prüfung einer Wiederaufnahme der 2009 eingestellten Ermittlungen zu beauftragen. Derzeit befasst sich die Generalstaatsanwaltschaft damit.

Die Ministerin habe klargestellt: „Es hat 30 Jahre in Schleswig-Holstein keine Anordnungen in Richtung der Staatsanwaltschaften gegeben und die wird sie auch nicht erteilen“, sagte Böken. Aus seiner Sicht gebe es jedoch „viele Ungereimtheiten“ im Zusammenhang mit dem Tod seiner Tochter. „Ich erhoffe mir seit zehn Jahren, dass ich es auf irgendeine Weise schaffe, dass dieser Fall wirklich geklärt ist.“

Die Todesumstände der 18-Jährigen, die während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine in der Nacht zum 4. September 2008 bei einer Wache über Bord ging, sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler halten ein Unglück für am wahrscheinlichsten. Die Eltern sehen Hinweise sogar für einen Mord - gestützt auf eine eidesstattliche Aussage eines früheren Bundeswehrangehörigen.

(wos)
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