Bonn: Uni Bonn entzieht verurteiltem Promotionsvermittler den Doktorgrad

Bonn: Uni Bonn entzieht verurteiltem Promotionsvermittler den Doktorgrad

Die Philosophische Fakultät der Universität Bonn hat einem verurteilten Promotionsvermittler aus Bergisch-Gladbach den Doktorgrad entzogen.

Der Mann war vor zwei Jahren wegen Bestechung in 61 Fällen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

„Die Entscheidung des Fakultätsrats basiert auf der Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät”, erklärte am Dienstag Dekan Günther Schulz. Danach kann der Doktorgrad entzogen werden, wenn der Promovierte wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden ist oder wenn er wegen einer vorsätzlichen Straftat verurteilt ist, bei deren Vorbereitung oder Begehung der Doktorgrad eingesetzt wurde.

„Nach Auskunft des Landgerichts Hildesheim wurde der Betreffende wegen Bestechung in 61 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten zuzüglich einer hohen Geldstrafe verurteilt”, sagte Schulz. Das Urteil ist seit Mai 2009 rechtskräftig.

„Bei der Begehung der Straftaten, deren Zweck es war, Promotionskandidaten zum Titel zu führen, hatte der Vermittler seinen Doktorgrad eingesetzt, um seinen Kunden Seriosität zu signalisieren”, erklärte Schulz weiter.

Seinen Doktortitel hatte der Mann von der Pädagogischen Fakultät der Universität Bonn erhalten, die inzwischen in der Philosophischen Fakultät aufgegangen ist. Dem Betreffenden wurde rechtliches Gehör gewährt.