Köln: Unglück im Morgengrauen: Junge Männer sterben bei Zugunfall

Köln : Unglück im Morgengrauen: Junge Männer sterben bei Zugunfall

In der Nähe des Kölner Bahnhofs Ehrenfeld sind drei junge Männer von einem Güterzug überrollt worden. Bei dem Unfall am frühen Samstagmorgen starben zwei von ihnen im Alter von 20 und 21 Jahren, wie die Polizei mitteilte. Ein schwer verletzter 21-Jähriger war am Sonntag nach mehreren Notoperationen in stabilem Zustand.

Das Trio war im Bereich der Gleise vor dem Bahnhof unterwegs, als sich der Zug näherte. „Wir gehen von einem Unfallgeschehen aus”, erklärte die Polizei am Sonntag. Die Ermittlungen dauerten an. Noch war unklar, warum sich die Männer aus dem Rhein-Erft-Kreis westlich von Köln im Gleisbett aufhielten.

Rettungsdienst und Feuerwehr rückten mit 14 Fahrzeugen aus. Foto: Markus Gerres

Der Lokführer des Güterzugs hatte den Angaben nach einen Schlag registriert und sofort eine Notbremsung eingeleitet. Über den Notruf der Bahn wurden die Retter alarmiert. Nur zwei Minuten später waren die ersten Feuerwehrleute am Bahnhof, wo der Zug nach einem Bremsweg von 200 Metern stehengeblieben war. Die Retter entdeckten die jungen Männer unter verschiedenen Waggons. Stunden später waren dort noch die Spuren des Notarzteinsatzes zu sehen: Im Schotter lagen Spritzen, Einweghandschuhe und Verpackungsfolien.

Für den 20-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die beiden 21-Jährigen wurden lebensgefährlich verletzt in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen starb wenige Stunden später an seinen schweren Verletzungen.

Am Bahnhof im Szeneviertel Ehrenfeld spielte sich am Samstag im Morgengrauen ein Großeinsatz ab. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 14 Fahrzeugen und 35 Einsatzkräften vor Ort. „Zeitweise waren so rund 15 Einsatzkräfte bei den beiden Patienten gebunden”, berichtete die Feuerwehr. Es habe sich bewährt, dass bei dem Einsatz-Stichwort „Person unter Zug” immer zwei Rettungswagen hinausgeschickt würden. Auch der Lokführer wurde betreut, musste aber nicht ins Krankenhaus gebracht werden.

Noch in der Nacht hatte die Polizei per Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera nach weiteren Verletzten gesucht. Wegen der Ermittlungen war der Bahnverkehr auf dem Abschnitt mitten in Köln zwischen 3.30 Uhr und 6.10 Uhr unterbrochen. Wegen der Uhrzeit war nach Angaben eines Bahnsprechers nur der Regionalverkehr betroffen. Fahrgäste konnten auf dem Streckenabschnitt einen Pendelverkehr mit Taxis nutzen.

Ein ähnliches Unglück ereignete sich am Sonntag in Niederbayern. In Abensberg wurde am frühen Morgen ein 18-Jähriger ebenfalls von einem Güterzug überrollt. Er war sofort tot. Wie die Polizei mitteilte, lag der junge Mann bereits auf dem Gleis, als der Zug nahte. Die Ermittler gingen nicht von einem Suizid, sondern „von einem tragischen Unglücksfall” aus.

(dpa/pol/red)
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