Region: Unfug und Schlägereien: Polizei in der Region zieht Halloween-Bilanz

Region : Unfug und Schlägereien: Polizei in der Region zieht Halloween-Bilanz

Passanten erschrecken, Eier werfen, Unfug treiben: Hatten im vergangenen Jahr in den Wochen vor und nach dem 31. Oktober sogenannte „Horrorclowns” ihr Unwesen getrieben, registrierte die Polizei in diesem Jahr einen wesentlich ruhigeren Verlauf der Halloween-Nacht in Nordrhein-Westfalen. Nur in Köln und beim Essener „Zombie-Walk” hat es größere Einsätze gegeben.

Die Einsätze seien mit einem normalen Wochenende vergleichbar gewesen. „Es gab Körperverletzungen, Unfug - eben alles, was im Zusammenhang mit Alkohol steht”, sagte ein Polizeisprecher aus Aachen. Die meisten gemeldeten Einsätze der Polizei hatten mit Sachbeschädigung, Schlägereien oder grobem Unfug zu tun.

In Aachen ist die Zahl der Einsätze von 153 im Vorjahr auf 122 Einsätze gesunken. Mit dabei waren zehn Körperverletzungen, drei Sachbeschädigungen und zwei Fälle von Randalierern. Die Zahlen sind verglichen mit dem Jahr 2016 alle gesunken.

Auch im Kreis Düren bestätigte sich der rückläufige Trend zu Polizei-Einsätzen an Halloween. So gab es in diesem Jahr 29 Vorfälle, zu denen die Polizisten gerufen wurden, was etwas unter dem Niveau der Vorjahre blieb. Seit Mittwoch wurden noch Anzeigen bearbeitet, sodass die Zahl der Vorfälle zwar auf 37 stieg, aber immer noch zehn Fälle weniger waren als im Jahr 2016. Es kam in erster Linie zu Sachbeschädigungen durch Eier- und Steinwürfe auf Wohnhäuser, sowie Ruhestörungen und das Abbrennen von Böllern.

Zwei Mal wurde die Dürener Polizei zur Unterstützung außerhalb des Kreises Düren gerufen, in beiden Fällen waren größere Schlägereien der Auslöser. Ein Phänomen aus dem letzten Jahr blieb beim diesjährigen Halloween-Fest aber aus: Horrorclowns

In Düren-Hoven wurde ein 16-Jähriger mit einem Nothammer in der Hand an einer eingeschlagenen Scheibe einer Bushaltestelle angetroffen. Der alkoholisierte Jugendliche stritt die Tat zwar ab, wurde jedoch von Zeugen beobachtet. Im Stadtteil Birkesdorf wurden drei brennende Mülltonnen gemeldet, auch hier führten Zeugenaussagen dazu, dass zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche als Tatverdächtige ermittelt werden konnten.

Ein Großeinsatz der Feuerwehr wurde in Bad Münstereifel in der Heinz-Gerlach-Halle bei einer Halloween-Party ausgelöst, nachdem ein noch unbekannter Mann gegen 3 Uhr auf der Tanzfläche Pfefferspray einsetzte. Neun Besucher wurden durch das Reizgas verletzt und mussten vom Rettungsdienst medizinisch versorgt werden. Die Veranstaltung wurde danach abgebrochen.

Im Rhein-Erft-Kreis wurden in der Nacht 20 Einsätze verbucht, sieben Einsätze weniger als im Vorjahr. Auch hier kam es zu Sachbeschädigungen durch Eierwurf und an Mülltonnen. Durch einen Böller wurde ein Elektrokabel an einem Drive-In eines McDonalds-Restaurant in Kerpen-Sindorf beschädigt. In Brühl-Vochem beobachteten Anwohner einen Jugendlichen, der eine Fensterscheibe einer dort ansässigen Schule einschlug.

Zu mehreren Schlägereien kam es in Brühl, die von der Polizei „im Keim erstickt“ werden konnten. Auf einer Feier auf dem Schulgelände des Berufskollegs wurde ein 17-Jähriger durch einen Böller am Rücken verletzt, der Jugendliche aus Bornheim musste stationär im Krankenhaus verbleiben.

Ein tödlicher Unfall hat sich in der Nacht im Kreis Heinsberg ereignet. Ein Kleintransporter ist auf die Gegenfahrbahn der Bundesstraße 221 bei Geilenkirchen geraten und dort gegen den Wagen einer 21-Jährigen geprallt. Die Fahrerin stab noch an der Unfallstelle, ihre Beifahrerin und der Fahrer des Transporters wurden schwerverletzt.

Ansonsten ist es im Kreis eher ruhig geblieben. Es gab zwölf Einsätze mit grölenden jungen Leute, darunter eine Schlägerei, und zwei Einsätze, weil Eier gegen Hauswände geworfen wurde.

Größere Einsätze in Köln und Essen

Größere Polizeieinsätze gab es in der Nacht in Köln und Essen. Aggressive Männergruppen haben die Polizei neben den üblichen Streichen unter Alkoholeinfluss auf Trapp gehalten. Am Rande des Essener „Zombie-Walk” kam es laut Polizei zu mehreren Streitigkeiten einer 200 Mann großen Personengruppe mit Reisenden und Teilnehmern des „Zombie-Walk”.

Es sei zu verbalen Provokationen und „ein paar Körperverletzungsdelikten” gekommen, sagte Volker Stall von der Bundespolizei. Die Beamten räumten den Bahnhof für eine Stunde und kontrollierten den Zugang. In der Nacht sprach die Polizei 1200 Platzverweise aus, unter anderem gegen die provozierende 200 Mann starke Gruppe sowie gegen Menschen, die den Bahnhof nicht verlassen wollten.

In den sozialen Medien hatte es Diskussionen über die Ereignisse gegeben. Die Polizei hob aber explizit hervor, dass die Vorfälle in Essen „in keiner Weise” mit der Kölner Silvesternacht 2015/2016 zu vergleichen seien. Bislang gebe es keine Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung oder sexueller Nötigung, von der großen Personengruppe seien keine Taschendiebstähle ausgegangen.

Die Kölner Polizei berichtete von vielen Halloween-Einsätzen in der Innenstadt und in der Nähe des Doms. Die Sicherheitskräfte forderten Verstärkung an, weil stark alkoholisierte Männergruppen eine aggressive Stimmung verbreiteten. Personalien von mehreren hundert Menschen seien aufgenommen und „eine Vielzahl von Platzverweisen” ausgesprochen worden. Drei Anzeigen wegen Sexualdelikten wurden gestellt, die Polizei traf in zwei Fällen Verdächtige am Tatort an.

Die Einsatzzahlen bewegten sich nach Angaben verschiedener Dienststellen jedoch im Bereich der vergangenen Jahre. „Die klassische Halloweenrandale gibt es nicht mehr. Die ist seit ein bis zwei Jahren vorbei”, erklärte ein Sprecher in Münster. Nur in Wesel erlebten die „Horrorclowns” ein Comeback. Mehrere Personen mit Clown-Masken hätten laut Polizei versucht, andere Menschen mit Pyrotechnik zu verängstigen.

(dpa)
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