1. Region

Schwerpunkte auch in der Region: Unfallatlas zeigt erstmals unfallträchtige Ecken in NRW

Schwerpunkte auch in der Region : Unfallatlas zeigt erstmals unfallträchtige Ecken in NRW

Auf welchen Straßen in NRW und der Region hat es besonders häufig gekracht? Und wo sind für Radfahrer die gefährlichsten Ecken? Solche und andere Fragen beantwortet der Unfallatlas, der nun erstmals mit NRW-Daten gespeist wurde.

Ein digitaler Atlas weist erstmals besonders unfallträchtige Straßenabschnitte und Kreuzungen in Nordrhein-Westfalen aus. Wie das Statistische Landesamt IT.NRW am Dienstag mitteilte, konnten die Verkehrsunfalldaten von 2019 zum ersten Mal in die interaktive Deutschlandkarte der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder eingespeist werden. Auf dem Computer oder Smartphones können Nutzer nun mit wenigen Klicks Unfallschwerpunkte visualisieren – straßenabschnittgenau und aufgeschlüsselt nach beteiligten Verkehrsmitteln.

Der Atlas biete damit einen regional tief gegliederten Überblick über das Unfallgeschehen, hieß es weiter. So haben die Statistiker für das Jahr 2019 beispielsweise in Köln die Kreuzung Aachener Straße/Universitätsstraße oder die Zoobrücke als Unfallschwerpunkte identifiziert. Auch der Bereich Kruppstraße/Friedrichstraße in Essen ist demnach besonders unfallträchtig. Die Daten geben auch Aufschluss für Unfallecken je nach beteiligtem Fahrzeug: Für Radfahrer gehörten beispielsweise der Ludgeri-Kreisel in Münster oder der Oberbilker Markt in Düsseldorf zu den besonders gefährlichen Bereichen. Ganz in der Nähe von letzterem Unfallschwerpunkt war erst am Montag ein Radfahrer von einem Lastwagen erfasst worden und tödlich verunglückt.

In der Region ist besonders der Adalbertsteinweg und die Trierer Straße in Aachen ein Unfallschwerpunkt. Dort verunglückten sowohl Autofahrer, Motorradfahrer und Fußgänger. Für Fußgänger erwies sich auch die Vaalser Straße und der Ring über Boxgraben an der Schanz, Junkerstraße, Turmstraße, Pontwall und Monheimsallee als gefährlich. Bei Unfällen mit Radfahrern meldet der Atlas besonders den Ring vom Hansemannplatz bis zur Schanz als Unfallschwerpunkt.

Auch in Düren gibt es für Radfahrer gefährliche Stellen: Etwa die Kölner Landstraße, die Tivolistraße und die Aachener Straße. Unfälle mit Fußgängern gab es dort besonders an der Fritz-Erler-Straße und erneut auf der Aachener Straße.

In der Eifel erwies sich die Bundesstraße 258 bei Roetgen als gefährlich für Autofahrer. Für Motorradfahrer kommt noch die L246 zwischen Simmerath und Imgenbroich sowie Strecken bei Vossenack, Nideggen und Rurberg hinzu. Auf diesen Strecken starben im Jahr 2019 auch Menschen bei Unfällen.

Unfälle mit Getöteten gab es aber besonders auf der Bundesstraße 55 zwischen der Autobahnabfahrt Jülich-Ost und Welldorf. Für den Güterverkehr wurde es auf der A4 gefährlich. Bei Eschweiler gab es in der Region die meisten Unfälle dieser Art.

Im Kreis Heinsberg gab es vergleichweise keine Unfallschwerpunkte. Vereinzelnd kam es auf Gronewaldstraße, Roermonder Straße und Jülicher Straße in Millich bei Hückelhoven zu Unfällen mit Personenschaden. Auch auf der Krefelder Straße und Kölner Straße in Erkelenz sowie dem Berliner Ring in Geilenkirchen gab es einige Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten in Nordrhein-Westfalen 2019 leicht um 2 Prozent zurückgegangen. Den Angaben des Statistischen Landesamtes zufolge registrierte die Polizei im vergangen Jahr 61.471 Unfälle mit Personenschaden auf den Straßen (2017: 62.734). Die Zahl der Unfälle mit Sachschaden stieg allerdings leicht um rund 18.000 auf 618.136 – mehr als 600.000 mal ging es allerdings um Bagatellschäden.

Besonders häufig krachte es 2019 mit 6090 Unfällen in Köln, 5050 Mal wurden dabei auch Menschen verletzt. Mit einer Quote von 5,6 Unfällen je 1000 Einwohnern zieht die Stadt Köln mit dem Kreis Düren gleich – Platz 1 im landesweiten Vergleich. Dort gab es gleich mehrere Städte und Gemeinden, in denen es bezogen auf die Einwohnerzahl häufig krachte: Titz (6,5 Unfälle je 1000 Einwohnern, Platz 6), Düren (6,5 Unfälle, Platz 7), Jülich (6,4 Unfälle, Platz 11), Heimbach (6,2 Unfälle, Platz 14) und Vettweiß (6 Unfälle, Platz 19). Die meisten Unfälle in einer Gemeinde in NRW gab es aber in Borgholzhausen im Kreis Gütersloh. Der Ort führt die Statistik mit 7 Unfällen an. Vergleichsweise wenige Unfälle in der Region gab es in Inden (2,6 Unfälle je 1000 Einwohner, Platz 382), Baesweiler (2,7 Unfälle, Platz 375) und in Waldfeucht (2,8 Unfälle, Platz 369).

(jas/dpa)