1. Region

Online-Schülerrallye Netrace: Und die Jüngsten werden die Besten sein

Online-Schülerrallye Netrace : Und die Jüngsten werden die Besten sein

Bei der Recherche-Rallye Netrace von unserer Zeitung und NetAachen treten Fünftklässler gegen Oberstufenschüler an. Kann das funktionieren? Ein Besuch bei einem der jüngsten Teams — und einem der erfolgreichsten.

Eine Sache fällt besonders auf beim Netrace, der großen Internetrallye von unserer Zeitung und NetAachen: die breite Altersspanne der Teilnehmer. Fünftklässler treten gegen Oberstufenschüler an, die ältesten Netracer gehen sogar schon auf die Berufsschule. Haben die Jüngsten da überhaupt eine Chance? Ein Besuch in einer Schule, die eins der jüngsten Teams ins Rennen geschickt hat – und eins der erfolgreichsten.

Die Goltstein-Schule in Inden, eine Gemeinschaftshauptschule im Ganztag, gehört zu den Netrace-Veteranen und hat schon etliche Male teilgenommen. Für das Team „Goltstein-Dragons“ aber ist das derzeitige 13. Netrace die Premiere, die Schüler haben sich im Herbst zum ersten Mal ans Herunterladen der fünf Aufgabenblöcke gemacht, die den Teams in jeder Runde gestellt werden. Die „Dragons“ sind fast alle Sechstklässler.

Die Netrace-Aufgaben sind alles andere als leicht, in der Haupt­runde etwa ging es um den einstigen Zwergstaat im Dreiländereck Neutral-Moresnet, um das Beamtendeutsch-Wort für Zebrastreifen („Dickstrichkette“), um Glasnost und Perestroika und um den Youtuber Rezo. Da hätte wohl jeder schon Respekt, wenn die Gruppe von Lehrerin Sandra Breuer irgendwo im Mittelfeld gelandet wäre.

Doch sie schwimmen ganz vorne mit: In der Hauptrunde haben die Indener ein Traumergebnis hingelegt: volle 50 Punkte. Dafür haben sie kämpfen müssen: „Ja, es war hart“, sagt Schülerin Nermina Kurtsi und grinst. „Aber es hat viel Spaß gemacht“, ergänzt ihre Mitschülerin Amelie Schmitz.

Es ist kein Einzelfall, dass jüngere Schüler durch Ehrgeiz und Zielstrebigkeit wettmachen, was ihnen ihre älteren Mitschüler vielleicht durch mehr Lebenserfahrung oder höheren Bildungsstand voraus haben.

Und dann kam die Rezo-Frage

Ihre Lehrerin Sandra Breuer freut sich über den Erfolg der „Dragons“. „In der Vorrunde war es noch schwierig“, erinnert sie sich. „Aber in der Hauptrunde wussten wir dann, worauf es ankam.“ In viele Themen mussten sich die Sechstklässler erstmal einfuchsen. „Aber als es in Richtung Youtube ging, stürmten die richtig los, da musste ich manchmal etwas bremsen.“ Gefragt wurde da nach Rezo, dem blauhaarigen Youtuber aus Aachen, dessen Kritik-Video an der CDU deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Musste ihre Schüler manchmal bremsen: Lehrerin Sandra Breuer von der Goltstein-Schule Inden. Foto: MHA/Marc Heckert

Eigentlich wäre das Thema Recherchieren im Internet Stoff der siebten Klasse gewesen, erklärt Sandra Breuer. „Da haben wir ein bisschen vorgegriffen.“ Überfordert waren die Schüler damit jedenfalls nicht, auch wenn der Umgang mit Textverarbeitung bis dahin eher nicht zum Alltag der Sechstklässler gehört hatte.

Mit der gesammelten Erfahrung und dem Schwung gehen die „Dragons“ und 40 weitere Teams von Schulen aus der gesamten Region nun ins zweiteilige Finale. Jetzt tritt Schule gegen Schule an. Der Zählerstand wird wieder auf Null gesetzt, aber die Punkte und Zeiten der beiden Finalrunden werden zusammengerechnet.

Eine goldene Regel gilt auch für den großen Endspurt in diesem Jahr, genauso wie in den zwölf Jahren davor: Genauigkeit ist wichtiger als Schnelligkeit. Bei letzten Unsicherheiten noch einmal eine Stunde lang im Netz zu recherchieren, kann am Ende den halben Punkt bringen, der den Platz in den „Top Ten“ bringen kann und damit die Teilnahme an der Siegesfeier. Die „Goltstein-Dragons“ haben ihr Ziel fest im Blick.

Alle Infos zum Netrace auf www.az-an-netrace.de .