Aachen/Hellenthal: Umstrittene Jugendhilfeeinrichtung darf wieder öffnen

Aachen/Hellenthal: Umstrittene Jugendhilfeeinrichtung darf wieder öffnen

Die nach Missbrauchsvorwürfen geschlossene Jugendhilfeeinrichtung in Hellenthal-Reifferscheid darf ihren Betrieb vorläufig wieder aufnehmen. Das Aachener Verwaltungsgericht gab am Freitag einem Eilantrag der Heimleitung statt.

Bis eine Klage vorliege, dürfe das Heim wieder öffnen, sagte ein Gerichtssprecher. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hatte der Einrichtung in der vergangenen Woche die Betriebserlaubnis entzogen, nachdem Mitarbeitern Übergriffe gegenüber Kindern vorgeworfen worden waren.

Gegen den Beschluss kann vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster Beschwerde eingelegt werden (Az. 1 L 272/11). In dem Internat Corsten Jugendhilfe sind etwa 40 verhaltensauffällige und schwer erziehbare Kinder und Jugendliche untergebracht. Sie waren zwischenzeitlich bei ihren Eltern oder in anderen Heimen untergekommen.

Der LVR bedauerte die Entscheidung. Alle rechtlichen Mittel sollten ausschöpft werden, um das Kindeswohl an erste Stelle zu setzen, sagte LVR-Jugendbereichsleiter Dieter Göbel in Köln. Gewalt gegen Jugendliche dürfe „kein pädagogischer Weg sein”. Der LVR will die erlaubte Wiedereröffnung nun zumindest an Auflagen knüpfen.

Nach LVR-Darstellung hatten ehemalige Mitarbeiter über systematische körperliche und psychische Übergriffe auf Bewohner berichtet. Bei einer unangemeldeten Überprüfung des Heims durch LVR-Mitarbeiter seien die Vorwürfe durch 18 befragte Jugendliche in vollem Umfang bestätigt worden.

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