Aachen: Überfällig: RWTH nimmt sich selbst auf die Schippe

Aachen: Überfällig: RWTH nimmt sich selbst auf die Schippe

Selbstkritik gehört nicht gerade zu den bekannten Tugenden der RWTH. So darf man nun staunen und sollte der Aachener Hochschule besonders viel Glück wünschen bei ihrem Vorstoß auf ein ganz unbeackertes Exzellenzfeld.

Vom Juni an wird es, in lockerer Runde und Folge, eine Serie kritischer bis satirischer Betrachtungen des hiesigen Wissenschaftsbetriebs geben. „Privatissimo” heißt die - höchstrangige Amüsierwerte anstrebende - Plauderei mit Musik.

Eingebrockt hat der RWTH das ein promovierter Ehemaliger: Wendelin Haverkamp. Der sattsam bekannte Kabarettist, Autor, Kurzzeit-Pädagoge und „Au Banan”-Gastgeber spürt schon lange den Wunsch, seine „besondere Beziehung zu dieser Hochschule” in einen öffentlichen Verwertungszusammenhang zu bringen.

Schließlich will auch ein Unterhaltungskünstler nicht umsonst studiert haben.

Und es hat den Haverkamp wohl gejuckt, der sich zunehmend selbstüberzeugt gebenden Wissenschaft und ihren Innovationspropheten ab und zu einmal den satirischen Spiegel vorzuhalten.

Wissenschaft braucht die Kunst, wusste schon Joseph Beuys. Und der permanente Fortschritt der Forschung wäre ohne sie auch ganz unerträglich. Das hat sozusagen schon Hagenbuch zugegeben.

Kritik setzt allerdings Kenntnis voraus. So lädt sich Wendelin Haverkamp, der zwischendurch auch das eine oder andere Solo gibt, jeweils ein paar fachkundige Plaudergäste ein, die wissen (sollten), wovon sie reden, die aber auch bei ironischen Einwürfen nicht entgeistert vom Stuhl kippen.

Zum Auftakt am 10. Juni, 20 Uhr, in der Couvenhalle (hinter dem Kàrmàn-Auditorium) werden das sein: Der Historiker Max Kerner, der Mediziner Ulrich Büll und der Journalist Marlon Gego, Redakteur dieser Zeitung. Ihr Thema: „MetaPhysik kann man alles erklären”, nur diesen Titel nicht.

Musikalisch auf Salon-Niveau gehoben wird die Runde vom Tiffany Ensemble. Veranstalter der „unterhaltsamen Freiübungen zur Kritik der komischen Wissenschaften” ist das Bürgerforum der RWTH.

Karten gibt es zu 15 Euro in allen Vorverkaufsstellen unserer Zeitung und im Online-Ticketshop.

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