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Forderung der Schulleitungsvereinigung NRW: Über Unterricht muss vor Ort entschieden werden

Forderung der Schulleitungsvereinigung NRW : Über Unterricht muss vor Ort entschieden werden

Die Schulleitungsvereinigung NRW wirft dem Schulministerium mangelndes Vertrauen in die Schulen vor Ort in der Corona-Pandemie vor. Der Verband reagierte damit auf Ankündigungen von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vom Montag.

Gebauer hatte drei Szenarien für den Schulbeginn im neuen Jahr skizziert. Abhängig von den Infektionszahlen könne es Einschränkungen geben, die aber konkret erst am 5. Januar 2021 bei der Sitzung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin getroffen werden.

Es werde deutlich, dass das Ministerium „offensichtlich kein Vertrauen in die Schulen und die Schulleitungen vor Ort“ habe, erklärte die Schulleitungsvereinigung. Dabei seien die Schulleiterinnen und Schulleiter gerade die Menschen, denen alle Rahmenbedingungen ihrer Schule bekannt seien.

Die zentrale Forderung der Verbandes laute daher, dass Schulen zum Schulbeginn 2021 unter „den dann aktuellen, lokalen Bedingungen vor Ort entscheiden, wie der Unterrichtsbetrieb organisiert und aufrechterhalten“ werden könne.

Das Ministerium wehrte sich entschieden gegen die Kritik. „Das Ministerium für Schule und Bildung hat bereits zu Beginn des Schuljahres eine Verordnung zum Distanzunterricht erlassen, darin spielen die Schulleitungen die zentrale Rolle bei der Einrichtung sowie der Organisation des Distanzunterrichts“, erklärte Staatssekretär Mathias Richter. Keiner außer ihnen kenne die Situation vor Ort so gut und könne passgenaue Konzepte und Lösungen erarbeiten. Dabei hätten die Schulleiter „viele Freiräume“.

„Die Kritik der Schulleitervereinigung zielt daher ins Leere und zeugt von fehlendem Praxisbezug sowie mangelnder Kenntnis über die bereits seit Monaten geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Anwendung in den Schulen“, erklärte Richter.

(dpa)