Trotz freier Zimmer: Gefängnisse in NRW ausgelastet

Trotz freier Zimmer : NRW-Gefängnisse wieder mehr ausgelastet

Gefängnisse in NRW sind im Durchschnitt im vergangenen Jahr mehr ausgelastet gewesen. Trotzdem gibt es viele freie Zimmer. Fast 1560 Haftplätze stehen wegen Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung.

Die Gefängnisse in Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr durchschnittlich zu mehr als 90 Prozent ausgelastet gewesen. Von den rund 17.340 belegbaren Haftplätzen in NRW seien im vergangenen Jahr durchschnittlich 15.740 belegt gewesen, teilte das NRW-Justizministerium am Donnerstag mit. Eigentlich gibt es 18.900 Haftplätze. Wegen Sanierungs- und Bauarbeiten stehen aber mehr als 1560 derzeit nicht zur Verfügung. Die „Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) hatte zuerst berichtet.

Im Vergleich zum Vorjahr sei die durchschnittliche Belegungszahl um 91 Inhaftierte angestiegen. Das lag an gestiegenen Zahlen im offenen Vollzug: Dort waren durchschnittlich 245 Menschen mehr inhaftiert. Einzelne Haftanstalten seien zeitweise zu über 100 Prozent belegt gewesen. Es seien aber keine Inhaftierungen aufgeschoben worden. „Wir haben für alle ein Zimmer frei. Es muss keiner befürchten, dass er bei uns keins bekommt“, hieß es.

Die Auslastung der Gefängnisse unterliegt Schwankungen. So ist sie zu Jahresbeginn als Folge der Weihnachtsamnestie geringer. Es gebe einen Sanierungsstau in den zum Teil über 100 Jahre alten Anstalten. So sei geplant, die Gefängnisse Münster, Willich I, Iserlohn und Köln neu zu bauen. Für den Neubau des größten Gefängnisses Nordrhein-Westfalens in Köln müssten aber erst ausreichend Ersatzkapazitäten geschaffen werden.

(dpa)